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Ein Brief von Elsa Timm an den Verein vom Mai 2012
 

“Ich hatte in den letzten Monaten wenig Zeit, um viel zu berichten. Aber das heißt nicht, dass ich die Patenkinder und “unsere” armen Familien nicht regelmäßig besuche und im Blick habe. Im Gegenteil.

Ich glaube, Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie viel Eure Unterstützung hilft. Wie viele Kinder ich in den letzten Jahren und bis heute retten konnte/kann, weil die Familien durch Eure Hilfe besser leben. Die Kinder ausreichend essen können.  Und medizinisch versorgt sind. Wart Ihr einmal in der Lage, das Leben eines Kindes retten zu könne, weil Ihr das Geld hattet, ein Antibiotikum zu kaufen? Einen Liter Milch? Ja, denn Ihr habt das für mich möglich gemacht. Und bald werde ich auch therapeutisch besser helfen können, mit der Trauma-Ausbildung, die Ihr für mich finanziert.

Auch wenn Brasilien heute wirtschaftlich viel besser da steht als noch vor ein paar Jahren: Es gibt leider Dinge, die haben sich nicht geändert. Die Armut, die Verzweiflung und das Unwissen gerade auf dem Land sind wie immer und das wird sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern. Ich werde auf alle Zeiten dankbar sein, für das, was Ihr hier möglich gemacht habt. Ich weiß, dass ich nicht genügend schreibe und fotografiere, um zu dokumentieren, was ich hier mit Eurem Geld tue. Ich habe einfach nicht genügend Zeit dafür und begrenze mich im Moment meistens aufs Tun. Aber  Ihr könnt sicher sein, auch wenn Ihr nichts von mir hört, dass ich sehr viel tue. Alles, was ich kann.

Heute zum Beispiel war auch wieder so ein Tag, an dem ich 12 Stunden ohne Pause gearbeitet habe. Irgendwann habe ich mal was gegessen, was mir jemand rüber gereicht hat, im Stehen. Es gibt einfach so viel zu tun und ich bin so glücklich, dass ich es tun und damit wirklich auch Veränderungen erreichen kann.

Was mir wirklich und immer und zutiefst am Herzen liegt, das sind die Kinder, die in Armut leben. Ich möchte mit ihnen weinen, wenn sie mir aufzählen, wann und wie sie misshandelt, missbraucht, brutal geschlagen wurden. Wenn man mir das doppelte Gehalt für irgend einen Bürojob anbieten würde oder mehr – ich würde ihn ausschlagen, weil ich weiß, dass ich hier, beim Aufbau unseres Psycho-Sozialen Zentrums, bei diesen Kindern sein will.

Sollte der Verein irgendwann einmal nicht mehr in der Lage sein, unsere Kinder zu unterstützen – ich werde es verstehen, denn Ihr habt schon so unendlich viel geholfen. Aber ich werde immer weiter machen, mit den Mitteln, die ich auftreiben kann.”

 

 

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