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Der Verein in den Medien 1999

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Rhein-Neckar-Zeitung, Freitag, 20.08.1999
 

Spende für Burkina Faso

 Abi-Jahrgang 99 hilft mit Erlös der Reservistenhüttenparties

 Walldorf/Burkina Faso. (HCE) Alle Jahre wieder erfahren Walldorfs Bürger durch lautstarke Umzüge durch Walldorfs Straßen und Gassen, dass wieder ein Jahrgang sein Abitur erfolgreich bestanden hat und für die jungen Damen und Herren jetzt der vielzitierte "Ernst des Lebens" beginnt. Doch für den diesjährigen Abi-Jahrgang gab es eine Veranstaltung, auf die alle 55 Abiturienten besonders stolz sein können: Die Übergabe eines überdimensionalen Schecks über 900 Mark an den Verein "Hilfe für Selbsthilfe" für die Patenschule in Burkina Faso.

900 Mark gab's vom Abi-Jahrgang '99 für den Verein "Hilfe zur Selbsthilfe".
Unser Bild zeigt Elke Hofmann, 3. v. 1., bei der Übergabe.
Foto: Heinzmann

"Das ist eigentlich schon lange unsere Schule", meinte Elke Hofmann in Vertretung der Abiturienten bei der Scheckübergabe im "Café Art" im Kleinfeldweg. Dreimal in den letzten Jahren hatte der Jahrgang '99 seine "Reservistenhüttenparties" veranstaltet, das letzte Mal nach erfolgreichem Abschluss aller Prüfungen, Übergabe der Zeugnisse und damit Verabschiedung vom Gymnasium Walldorf. Elke Hofmann hatte von Anfang an die Konten verwaltet. Sie hatte auch die Idee "etwas zu tun, was uns nahe steht, denn die Patenschule ist uns in alle den Jahren ans Herz gewachsen". Jetzt konnte das Konto abgeschlossen werden; ein Überschuss von 900 Mark war noch da - und den übergab Elke Hoffmann an die Vorstandsmitglieder Doris Bernzen, Hanne Meißner und Horst Hennl vom Verein "Hilfe für Selbsthilfe". Als Leiter des Gymnasiums "freue ich mich besonders über das Engagement unserer Schüler" meinte Hennl. Vereinskassierer Hans Dieter Weis war auch mit dabei, doch hauptsächlich war der Finanz-Beigeordnete in Vertretung des verhinderten Bürgermeister Heinz Merklinger gekommen.

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Rhein-Neckar-Zeitung, Montag, 26.04.1999

"Friedensprozess ist unumkehrbar"
Palästinensischer Generaldelegierter Abdullah Frangi beim Verein "Hilfe zur Selbsthilfe"


Walldorf. Der Verein "Hilfe zur Selbsthilfe' stellte das Projekt "Behinderte Kinder und Jugendliche im Gaza-Streifen" vor. Der Generaldelegierte Palästinas, AbdullahFrangi (Foto: Pfeifer), berichtete von den politischen und sozialen Anstrengungen, die er unternehme, um für sein Land Vertrauen in der Welt zu schaffen. 1,1 Millionen Menschen lebten unter härtesten Bedingungen im Gaza-Streifen. Es gebe lediglich eine asphaltierte Straße, Kanalisation, Wasserversorgung, Müllbeseitigung und vieles mehr lägen im argen. Der Friedensprozess sei unumkehrbar, damit eine Situation, wie sie zur Zeit im Kosovo herrsche, sich nicht im Nahen Osten wiederholen kann. Der Botschafter richtete seinen Appell an die derzeitige Regierung in Israel, die geschlossenen Verträge einzuhalten und die Friedensinitiativen nicht zu behindern. Er erteilte den radikalen Kräften auf beiden Seiten eine deutliche Absage. Gewalt löse keine Probleme, sondern schaffe nur neue.

Land gegen Frieden ermögliche Israelis und Palästinensern ein friedliches Miteinander in ihren jeweiligen Gebieten. Der Aufbau von Infrastruktur und Wirtschaft, insbesondere in Gaza, stehe im Vordergrund. Auf die Frage, ob Arafat am 4. Mai einen palästinensischen Staat ausrufen werde, antwortete er, an einem Staat für die Palästinenser führe kein Weg vorbei.

Sonderpädagogin Carla Schuchmann unterstützt seit Jahren im Alleingang mit Sach- und Geldspenden eine

palästinensische Behinderteneinrichtung in Ost-Jerusalem. Zweimal im Jahr fliegt sie nach Israel, mit Koffern voller Spielsachen. Dort kaufe sie von einer Palästinenserin Handarbeiten, unterstützt sie auf diese Weise und verkauft die Dinge in Deutschland. Sie berichtete auch von ihren Erfahrungen mit den israelischen Behörden. So musste etwa ein gespendeter und kostenlos transportierter Rollstuhl mit 600 Dollar vor Ort ausgelöst werden.

Ulrike Steiger, die sich innerhalb des Vereins des Palästina-Projektes angenommen hat, sprach von 6000 behinderten Kindern und Jugendlichen, die im Gaza-Streifen lebten. Das sei eine erschreckende große Zahl, die soziale und politische Ursachen habe. In einer Schule für Behinderte würden 60 vorwiegend körperbehinderte Kinder pädagogisch krankengymnastisch ambulant betreut. Es könnten nur Kinder aufgenommen werden, denn es fehle an Rollstühlen und natürlich an einem Aufzug im Haus. Die Kinder führen unter schwersten Bedingungen auf unbefestigten Wegen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zumal es nur eine von der EU finanzierte geteerte Durchgangstraße in Gaza gebe.

300 Mehrfachbehinderte würden einmal im Monat von einem Krankengymnasten zu Hause besucht. In den Elendshütten oft der einzige Kontakt zur Außenwelt, wie Steiger vor Ort feststellen musste. Tausende behinderter Kinder und Jugendliche säßen zu Hause. Sie hätten weder Krankengymnastik noch Schule, geschweige denn eine berufliche Perspektive. Die Initiativgruppe habe sich zum Ziel gesetzt, einen gebrauchten behindertengerechten Kleinbus, gebrauchte Rollstühle und gebrauchte PCs zu sammeln. Fernziel sei es, in Deutschland einem Krankengymnasten eine Weiterbildungsmaßnahme zu finanzieren.

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 Rhein-Neckar-Zeitung, Mittwoch, 31.03.1999

Erste Spende für neuen Verein
Evangelische Jugend unterstützt Schule in Burkina Faso

Walldorf. (HCE) Eine Woche, nachdem der Verein "Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf" im Astor-Stift gegründet wurde, erhielten seine Vorstandsmitglieder Doris Bernzen, Hanne Meißner und Hans-Dieter Weis bereits den ersten Scheck in Höhe von 1700 Mark als zielgerichtete Spende für das vom Gymnasium Walldorf unterhaltene Projekt "Schule in Burkina Faso".

Hilfe für Burkina Faso: Torsten Hitzelberger, Silke Tuengerthal und Eberhard Reinmuth von der evan-gelischen Bezirksjugend überreich-ten einen Scheck in Höhe von 1700 Mark an die Vertreter des neuen Vereins "Hilfe zur Selbsthilfe Wall-dorf", Hanne Meißner, Doris Bernzen und Hans Dieter Weis
(v. li.).                Foto: Pfeifer

"Wir spenden dieses Geld einer Schule im west-afrikanischen Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Erde", erklärte Bezirksjugend-Referent Eberhard Reinmuth. Aufgebracht hätten das Geld einige Mitglieder der evangelischen Bezirksjugend der beiden Kirchenkreise Wiesloch und Schwetzingen während der letzten Monate, als sie als Helfer bei Blutspendenaktionen des Deutschen Roten Kreuzes tätig waren. "Für Kosten und Zeitaufwand haben wir eine kleine Entschädigung erhalten, die wir einem

guten Zweck zukommen lassen wollen", betonte Silke Tuengerthal.Und mit dem "guten Zweck" ist eine seit 1995 vom Walldorfer Gymnasium unterstützte Schule in Burkina Faso, der ehemaligen französischen Kolonie Obervolta, gemeint. Zwar gebe es dort eine Schulpflicht für die sechsjährige Grundschule nach französischem Vorbild, tatsächlich würden aber nur rund 20 Prozent aller Kinder eine Schule besuchen, "weil die Eltern die mit dem Schulbesuch verbundenen Kosten nicht aufbringen können", so Torsten Hitzelberger. Beide sind heute Studenten, haben jedoch das Projekt "Patenschule in Burkina Faso" noch während ihrer Walldorfer Schulzeit kennen gelernt.

Benötigt werde die Spende für das nächste größere Projekt der Schule, eine Ausbildungswerkstatt, um den Schülern nach ihrer sechsjährigen Grundschule eine Berufsperspektive zu bieten, Benötigt würden aber auch finanzielle Mittel für den Erhalt der Schule und damit der vom Gymnasium Walldorf eingegangenen Patenschaft, um den dort lebenden 69 Waisenkindern den weiteren Schulbesuch zu ermöglichen.

Im Namen des Vereins "Hilfe zur Selbsthilfe" bedankte sich dessen Vorsitzende Doris Bernzen bei den Spendern für den Scheck. Sie ging kurz auf die Verhältnisse in Burkina Faso und die dortige vom Gymnasium unterstützte Schule ein und sprach die Hoffnung aus, weitere Unterstützung für die Kinder durch ähnliche Spenden zu erhalten, denn " 1995 ist das Gymnasium mit seiner Patenschaft eine Verpflichtung eingegangen, der wir auch in Zukunft nachkommen müssen.

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Rhein-Neckar-Zeitung, Freitag, 26.03.1999

"Im Wohlstand Armut nicht vergessen"

In der Astorstadt wurde der Verein "Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf" gegründet

Walldorf. (HCE) "Aus unseren Unterlagen geht hervor, dass wir heute den 113, Verein in Walldorf gründen", erklärte Bürgermeister Heinz Merklinger auf der Gründungsversammlung im Astorstift. Und wenn einige der Anwesenden meinten, dass die "13" eine Glückszahl sei, dann steht dem Erfolg des neuen Vereins "Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf" sicher nichts mehr im Wege. Treibende Kraft hinter dem Projekt ist Doris Bernzen. Als Vorsitzende des elfköpfigen Vorstandes wünscht sie sich "Fantasie und Ideenreichtum", denn jeder Verein ist so gut wie die Menschen, die darin arbeiten".

Nachdem der Gemeinderat für 1999 im Haushalt 30 000 Mark zur Unterstützung und Förderung von Projekten in der Dritten Welt oder Osteuropa eingestellt hat, kam es auf Bestreben von Doris Bernzen und Anna Koller im Januar zur ersten Informationsveranstaltung mit dem Ziel, einen entsprechenden überparteilichen und überkonfessionellen Verein zu gründen. Dazu hatte man vom 1979 gegründeten "Verein Hilfe zur Selbsthilfe - Dritte Welt" aus Dossenheim Jochen Matenaer sowie Dossenheims ehemaligen Bürgermeister Peter Denger eingeladen, um über deren Projekte und Erfahrungen zu berichten.

Über bereits erfolgreich laufende Engagements in der Dritten Welt hatten Horst Hennl, Leiter des Gymnasiums Walldorf, mit dem seit 1995 laufenden Projekt "Patenschule in Burkina Faso", dem ehemaligen Ober-Volta, ebenso berichtet, wie Rektor Dieter Burkard über die Unterstützung einer Privatschule in Königsberg durch die Theodor-Heuss-Realschule. Beim dritten bereits bestehenden Projekt handele es sich um "ein Projekt zum 'Anfassen' ", so Annegret Komatowski vom Leitungsteam der "Schatztruhe: Dritte-Welt-Laden". Seit April 1992 bietet die Schatztruhe "hochwertige Produkte aus der Zwei-Drittel-Welt" an. Unter dem Leitspruch "Hilfe zur Selbsthilfe" arbeite man mit der 1970 gegründeten GEPA zusammen. Alle Einnahmen der Schatztruhe gingen im Rahmen der Indien-Hilfe an ein dortiges Waisenhaus.

 

"Die gezielte Unterstützung von Hilfe zur Selbsthilfe besonders für Kinder und Familien in notleidenden Ländern der Erde. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch: (a) Information, Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung über die Probleme der Entwicklungsländer; (b) die Mithilfe bei der Einrichtung und Unterhaltung von Waisenhäusern, Schulen und beruflichen Ausbildungsstätten für Kinder und Jugendliche und (c) die Unterstützung im Bereich der Gesundheitsfürsorge in Entwicklungsländern"

Jeweils einstimmig - mit den üblichen Enthaltungen der Kandidaten - wurden gewählt: Doris Bernzen als Vorsitzende; Hanne Meißner als zweite Vorsitzende; Sigrid Tuengerthal als Schriftführerin; Hans-Dieter Weis als Kassenwart; Horst Hennl als Pressebeauftragter; sowie als Beisitzer: Christina Birkenmaier, Bernd Höppner, Hans Horn, Käte Semblat, Ulrike Steiger und Manfred Uhl. Zu Kassenprüfern wurden Dieter Burkard und Theo Streu gewählt. Eine Besonderheit in der Satzung sieht vor, dass "Vorstandssitzungen in der Regel vereinsöffentlich sind", und damit niemand aus finanziellen Gründen von der Mitgliedschaft abgehalten wird, beträgt der Monatsbeitrag lediglich zwei Mark.

Zweck des neugegründeten Vereins sei es vor allem, so Merklinger, die verschiedenen Hilfsprojekte zu bündeln und deren Kontinuität zu gewährleisten. Unter dem Leitspruch: "Im Wohlstand die Armut nicht vergessen ", sei es wesentliche Aufgabe des neuen Vereins, durch Werbung und Spenden Gelder zu bekommen, um diese sinnvoll und gezielt zum Wohle der Empfänger einzusetzen, wobei es im Sinne des Vereinsnamens immer um "Hilfe zur Selbsthilfe" gehen müsse.

Da "die Aussprache über eine Vereinsgründung bereits im Vorfeld intensiv erfolgt ist" (Merklinger), könne man sofort zu Beratung und Verabschiedung der von Stadtkämmerer Hans-Dieter Weis ausgearbeiteten und vorgelegten Satzung kommen. Nach der nur mit wenigen redaktionellen Korrekturen von allen 29 Anwesenden, die damit gleichzeitig Gründungsmitglieder wurden, einstimmig verabschiedeten Satzung ist Ziel und Zweck des Vereins.

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