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Der Verein in den Medien 2002

Rhein-Neckar-Zeitung, Donnerstag,, 28.11.2002


Hilfe für Behinderte in Kasachstan

SRH-Experten hoffen auf weitere Unterstützung für "Ad hoc"-Projekt

Von Marion Gottlob

Neckargemünd. "Ich habe mich wie ein König gefühlt," sagt Fritz Butzke, Fachschulrat an der Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd, "soviel Zuwendung haben wir bekommen." Gemeinsam mit sieben Fachleuten der Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH-Gruppe) besuchte er das Projekt "Ad hoc" in der kasachischen Stadt Almaty. Alexander Herner, früher Schüler an der Stephen-Hawking-Schule und heute Auszubildender im Berufsbildungswerk Neckargemünd, übersetzte für die Gruppe.

Das Wichtigste zuerst: 14 behinderte Jugendliche haben in der Werkstatt handwerkliche Fähigkeiten erlernt, zwölf haben nun eine Arbeitsstelle gefunden, einer sogar in Petersburg. "Die Mühe hat sich gelohnt", sagt Butzke. Und wie geht es weiter? In der Werkstatt des Projekts "Ad hoc" stellen behinderte Jugendliche Hilfsgeräte für andere behinderte Menschen her - Gehhilfen, verstellbare Tische, Ess- und Schreibhilfen.

Jetzt laufen Verhandlungen mit der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ). Wenn die GTZ eine Förderung bewilligt, könnten zehn weitere behinderte Jugendliche in der Werkstatt ausgebildet werden. Darauf hoffen natürlich alle. Außerdem werden mit Hilfe von Spenden des Walldorf er Vereins " Hilf e zur Selbsthilfe" zur Zeit zwei Räume renoviert, in denen eine Epilepsie-Ambulanz eingerichtet werden soll.

Es gibt noch mehr Positives: Vor einiger Zeit hatte Klaus Hekking, Vorstandsvorsitzender der SRH-Gruppe, vor dem nationalen Ausschuss für Behindertenfragen in Kasachstan über die deutsche Sozialgesetzgebung

 

gesprochen. In der Folge bildete Roza Suleimenova, kasachische Partnerin des "Ad hoc"-Projekts, einen Arbeitskreis, um nach dem deutschen Vorbild Gesetzesinitiativen zu erarbeiten, Nun wurden die ersten Gesetze beschlossen: Danach erhalten Eltern von behinderten Kindern und Jugendlichen eine kleine, finanzielle Unterstützung, außerdem gibt es Zuschüsse für Behinderteneinrichtungen. Daneben sollen Beratungsstellen für Behinderte eingerichtet werden.

Doch die Probleme bleiben groß. Die Elterninitiative "League Ak Bota " mit 500 Mitgliedern in Almaty möchte ein großes Gebäude als Zentrum für Behinderte herrichten. Doch nun ist die Wasserversorgung zusammengebrochen, Dusche und Toilette sind nicht zu benutzen. "Diese Elterninitiative braucht Hilfe", sagt Butzke. Spenden gehen an den Verein "Miteinander arbeiten und leben" e.V., Stichwort "Kasachstan - Butzke", Konto 700 6012, Bankleitzahl 672 500 20.

Stichwort

 Ad hoc

mio. Der Ausdruck "Ad hoc" heißt auf lateinisch "sofort". Diesen Namen wählte Fritz Butzke, Fachhochschulrat an der Stephen-Hawking-Schule, für ein Hilfsprojekt in Kasachstan. In dem zweitgrößten Nachfolgestaat der Sowjetunion sind weite Landstriche durch atomare, chemische und biologische Waffentests aus der Zeit der Sowjetunion verseucht. Zu den Leidtragenden zählen viele Kinder, die mit verstümmelten Gliedmaßen geboren werden und an Stoffwechselerkrankungen oder Allergien leiden. Mitarbeiter der Stephen-Hawking-Schule haben gemeinsam mit dem kasachischen Zentrum SATR in, Almaty eine Werkstatt für behinderte Jugendliche aufgebaut. Von 1998 bis 2000 unterstützte die Europäische Union das Projekt mit 360 000 Mark.

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