Anfang

Der Verein in den Medien 2004

Walldorfer Rundschau, Freitag,  24.12.2004

Neues vom Kinderhaus
in Turucu, Brasilien

Elsa Timm, die Projektbetreuerin vor Ort, schreibt:

 

Das Geld für die Erweiterung des Hauses ist nun angekommen. Jetzt kann mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Das Haus soll größer werden, so dass Kinder in Not hier wohnen können, bis eine Lösung für sie gefunden wird. Wenn alles fertig ist, werden die Kinder, die hier über Nacht bleiben, nicht mehr jeden Morgen ihre Sachen wegpacken müssen, wenn die anderen kommen, sondern ein Plätzchen für sich haben.

Inzwischen leben acht Kinder im Kinderhaus. An den Wochenenden schaut sich das Team des Gesundheitsamtes von Turucu nun häufig vor Ort Familien an, die daran denken, ein Kind aus dem Kinderhaus aufzunehmen - übrigens sind das oft Familien, die selber über wenig Geld verfügen, aber sehr kinderlieb sind. Nach dem Umbau sollen auch mehr Kinder in die Tagesstätte aufgenommen werden, die Warteliste ist schon lang. Allerdings kann man noch nicht genau sagen, wie viele Kinder dann tatsächlich Platz haben werden. Den Kindern, die im Moment tagsüber oder auch nachts im Kinderhaus betreut werden, geht es gesundheitlich derzeit gut. Ihr Entwicklungsstand ist deutlich besser als vor der Betreuung. Die Kinder sind im Allgemeinen fröhlich.

In Turucu gibt es eine Siedlung von kleinen Häuschen, die die Stadt für die Armen gebaut hat. Es sind sehr kleine und einfache, aber hübsche Häuschen, in denen viele unserer Patenkinder wohnen.

Ich freue mich besonders, dass inzwischen immer mehr Firmen und auch Einzelpersonen aus Turucu und Umgebung dem Kinderhaus helfen. Das ist in Brasilien leider eher unüblich - umso erfreulicher, dass in Turucu nun ein Funke übergesprungen ist. Es konnten inzwischen 58 Patenschaften vermittelt werden. Dennoch gibt es immer noch Kinder in Turucu, die dringend auf die Unterstützung durch Paten aus Walldorf oder anderswo warten.

Die Patenschaft für ein Kind kostet pro Jahr € 150.-. Sie endet automatisch mit dem Schuleintritt des Kindes.

Wenn Sie sich für eine Patenschaft interessieren, wenden Sie sich bitte direkt an Doris Bernzen, Walldorf, Tel. 6 17 29 oder DU.Bernzen@t-online.de. Auf der Webseite des Vereins finden Sie ebenfalls viele Informationen und auch die Fotos der Kinder, die noch Pateneltern suchen. www.hilfe-zur-selbsthilfe-walldorf.de

Über Spenden freuen wir uns ebenso, denn auch der kleinste Betrag summiert sich und hilft.

Sparkasse Heidelberg
BLZ 672 500 20, Konto Nr. 57 707 674

Volksbank Wiesloch
BLZ 672 922 00, Konto Nr. 18 013 800

 

 

 

Liebe Walldorfer
Bürgerinnen und Bürger,

mit Ihrer Hilfe haben wir in diesem Jahr viele Projekte in einigen armen Ländern der Welt unterstützen können. Leider ist die Welt nicht friedlicher geworden, so dass unsere Arbeit weiter notwendig sein wird.

Wir danken Ihnen für Ihre großzügige Unterstützung und wünschen ein schönes Weihnachtsfest sowie ein friedvolles gutes neues Jahr.

 

Für den Vorstand:

Doris Bernzen,
1. Vors., Projektbegleiterin vom Kinderhaus und Patenschaftsbetreuung in Brasilien

Hanne Meissner,
2. Vors., Projektbegleiterin einer Internatsschule in der Ukraine

Siegrid Tuengerthal,
Presse, Projektbegleiterin der ambulanten Krankenstation in Burkina Faso

Stefan Weisbrod,
Kassenwart

Heinz Blattmann,
Projektbegleiter des Kinderhauses in Moldawien

Sabine Glasbrenner

Marianne Falkner,
Projektbegleiterin einer Schule in Burkina Faso

Petra Schwab,
Vertreterin der ev. Kirchengemeinde

Ulrike Steiger,
Projektbegleiterin einer ambulanten Epilepsie-Kranken-station in Kasachstan

Manfred Uhl,
Projektbegleiter einer Ausbildungsstätte in Brasilien

 

Projektbegleiterinnen bzw. Projektbetreuerinnen:

Claudia Frey,
Kinderhaus und Patenschaftsbetreuung in Turucu, Brasilien

Wilfried Gerfen,
Schule in Nepal und Betreuer unserer Homepage

Dr. Ernst Lüdemann,
Internatsschule in der Ukraine
Bernhard Gantner,
Kindertagesstätte in Lesotho

Jutta Schnepf,
Schule für Behinderte in Äthiopien

 

Zur Artikel-Auswahl

Rhein-Neckar-Zeitung, Dienstag, 09.11.2004

Die Kindergartenkinder sind Paten

450-Euro-Spende ermöglicht einem Mädchen aus dem südbrasilianischen Turucu Platz im Kinderhaus

Walldorf. Vitoria heißt das neueste Kind des evangelischen Kindergartens in Walldorf. Der Name an sich ist so ungewöhnlich nicht, doch Vitorias Weg zum Kindergarten  ist es in jedem Fall. Das dreieinhalbjährige Mädchen lebt im südbrasilianischen Turucu, ist den Kindergartenkindern nur von einem Foto bekannt und ist seit kurzem deren Paten- kind. Möglich gemacht hat dies die Aktion " Kinder sammeln für Kinder", die der Kindergarten in der Schulstraße jedes Jahr während seines Herbstfestes durchführt. Der Erlös aus Kuchen- und Spielzeugverkauf samt Flohmarkt kommt, so Kindergartenleiterin Gisela Schwara, immer einem guten Zweck für Kinder dieser Welt zugute. In diesem Jahr vermittelte der Walldorf er Verein Hilf e zur Selbsthil- fe den Kontakt zum Projekt in Turucu. Hier erbaute der Verein im Jahr 2003 mit Unterstützung einer örtlichen Lederfabrik eine Kindertagesstätte, die in diesem Jahr zum Kinderhaus " Casa das Crianca " erweitert wurde.

Für die kleine Vitoria und viele weitere arme Kinder bietet das Haus Zuflucht, einen Platz, wo, es immer etwas zu essen und zu trinken gibt, wo bei Bedarf Medikamente ausgeteilt werden und wo es an besonderen Tagen, ,wie dem Geburtstag oder an. Weihnachten, auch einmal eine kleine Aufmerksamkeit und etwas zu lachen gibt. Dies alles ist für viele Kinder in Turucu keineswegs selbstver-ständlich. Vitorias Lebenslauf steht stellvertretend für viele Schicksale: Die Mutter jung, allein erziehend, arm, mit mehreren Kindern, meist von verschiedenen Vätern, die alkoholabhängig sind und sich nicht um ihren Nachwuchs kümmern. Ein Leben unter primitivsten Bedingungen - ohne Perspektive.

Dem Projekt des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe ist es gelungen, die Kinder und auch ihre Angehörigen wieder hoffen zu lassen. Seit zwei Jahren hat der Verein einen Patenschaftsfonds eingerichtet, der erste Erfolge zeitigt. Von 60 Kindern konnten inzwischen 54 als Patenkinder vermittelt werden, wie jetzt die kleine Vitoria. Mit 150 Euro im Jahr kann einem Kind ein Platz im Kinderhaus gesichert werden. Mit einer Spende von 450 Euro haben die Kinder des evangelischen Kindergartens Walldorf eine dreijährige

 

Patenschaft übernommen und hoffen sehr, schon bald gute Nachrichten aus Turucu zu erhalten. Ansprechpartnerin des Vereins ist dort die deutschstämmige Elsa Timm, die von der Stadt Turucu angestellt wurde.

Wie Doris Bemzen, die Vorsitzende des Walldorfer Vereins, berichtet, sind im Kinderhaus auch Schlafplätze entstanden, damit die Kinder, die nicht mehr bei ihrer Mutter oder den Verwandten leben können, nachts nicht auf die Straße müssen. Diese Chance haben die Kinder, zumindest bis sie das Schulalter erreicht haben. Wenn sie in die Schule kommen, heißt es, vom Kinderhaus Abschied zu nehmen. Wie Doris Bernzen berichtet, sorgt dann die Schule zumindest für ein warmes Mittagessen.

Das Team des Kinderhauses in Turucu bemüht sich auch, gute Pflegefamilien für vernachlässigte Kinder zu finden. Der Chance auf eine lebenswerte Zukunft ist Vitoria dank des Engagements der Kinder und Eltern des evangelischen Kindergartens schon ein gutes Stück näher gekommen.

450 Euro haben die Walldorfer Kindergartenkinder gesammelt, damit die kleine Vitoria in Brasilien drei Jahre einen Platz im Kinderhaus bekommt. Foto. privat/Repro: Pfeifer

n INFO: Doris Bernzen, 0 62 27/6 17 29.

 Zur Artikel-Auswahl

Walldorfer Rundschau, Samstag, 06.11.2004

Kleine Paten für Vitoria

Vitoria heißt das neueste Kind des evangelischen Kindergartens in Walldorf. Der Name an sich ist so ungewöhnlich nicht, doch Vitorias Weg zum Kindergarten ist es in jedem Fall. Das dreieinhalbjährige Mädchen lebt nämlich im südbrasilianischen Turucu, ist den Kindergartenkindern nur von einem Foto bekannt und ist seit kurzem deren Patenkind.

Möglich gemacht hat es die Aktion "Kinder sammeln für Kinder", die der Kindergarten in der Schulstraße jedes Jahr während seines Herbstfestes durchführt. Der Erlös aus Kuchen- und Spielzeugverkauf samt Flohmarkt kommt, so Kindergartenleiterin Gisela Schwara, immer einem guten Zweck für Kinder dieser Weit zugute. In diesem Jahr vermittelte der Walldorfer Verein Hilfe zur Selbsthilfe e.V. den Kontakt zum Projekt in Turucu. Hier erbaute der Verein im Jahr 2003 mit Unterstützung einer örtlichen Lederfabrik eine Kindertagesstätte, die in diesem Jahr zum Kinderhaus "Casa das Crianca" erweitert wurde.

Die Freude über das brasilianische Patenkind Vitoria sieht man allen an: Kindergarlenleiterin Gisela Schwara (unten), mit Rita Kappner, der Vorsitzenden des Elternbeirats (Ii.) und Doris Bernzen, der Vorsitzenden des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe e. V. (re.) und natürlich den Kindern, mit Vitorias Bild (Foto: Stadt Walldorf)

Für die kleine Vitoria und viele weitere arme Kinder bietet das Haus Zuflucht, einen Platz, wo es immer etwas zu essen und zu trinken gibt, wo bei Bedarf Medikamente ausgeteilt werden und wo es an besonderen Tagen wie dem Geburtstag oder an Weihnachten auch einmal eine kleine Aufmerksamkeit und etwas zu lachen gibt. Dies alles ist für viele Kinder in Turnen keineswegs selbstverständlich. Vitorias Lebenslauf steht stellvertretend für viele Schicksale: die Mutter jung, allein erziehend, arm, mit mehreren Kindern, meist von verschiedenen Vätern, die alkoholabhängig sind und sich nicht um ihren Nachwuchs kümmern. Ein Leben unter primitivsten Bedingungen - ohne Perspektive.

Dem Projekt des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe e.V. ist es gelungen, die Kinder und auch ihre Angehörigen wieder hoffen zu lassen. Seit zwei Jahren hat der Verein einen Patenschaftsfonds eingerichtet, der erste Erfolge zeigt. Von 60 Kindern konnten inzwischen 54 als Patenkinder vermittelt werden, wie jetzt die kleine Vitoria. Mit 150 Euro im Jahr kann einem Kind ein Platz im Kinderhaus gesichert werden. Mit einer Spende von 450 Euro haben die Kinder des Evangelischen Kindergartens Walldorf eine dreijährige Patenschaft übernommen und hoffen sehr, schon bald gute Nachrichten aus Turnen zu erhalten. Ansprechpartnerin des Vereins ist dort die deutschstämmige Elsa Timm, die von der Stadt Turucu angestellt wurde. Wie Doris Bernzen, die Vorsitzende des Walldorfer Vereins, berichtet, sind im Kinderhaus auch Schlafplätze entstanden, damit die Kinder, die nicht mehr bei ihrer Mutter oder Verwandten leben können, nachts nicht auf die Straße müssen. Diese Chance haben die Kinder zumindest, bis sie das Schulalter erreicht haben. Wenn sie in die Schule kommen, heißt es, vom Kinderhaus Abschied zu nehmen. Wie Doris Bernzen berichet, sorgt dann die Schule zumindest für ein warmes Mittagessen. Das Team des Kinderhauses in Turucu bemüht sich auch, gute Pflegefamilien für vernachlässigte Kinder zu finden. Der Chance auf eine lebenswerte Zukunft ist Vitoria dank des Engagements der Kinder und Eltern des evangelischen Kindergartens schon ein gutes Stück näher gekommen.

º-Spenden für das Projekt Turucu oder andere Projekte des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe e. V. können auf das Konto 57 707 674 des Vereins bei der Sparkasse Heidelberg, BLZ 672 500 20, überwiesen werden. Informationen gibt Doris Bernzen, Telefon 6 17 29.

Zur Artikel-Auswahl

Rhein-Neckar-Zeitung, Mittwoch, 13.10.2004

Mit kostbarer Fracht verließ dieser Tage ein Lkw die Walldorfer Waldschule und machte sich auf die lange Reise in die Ukraine. Die Stadt Walldorf als Schulträger hatte die Werkbänke aus den alten

 

Werkräumen und zusätzlich Werkzeug für eine Internatsschule im ukrainischen Korcunok gespendet. Mit der Spende können dort Schüler lernen, Metall und Holz zu bearbeiten. Auch Schulranzen, von Schülern sowie deren Eltern gut bestückt mit Stiften und Heften, wurden eingeladen und sind nun unterwegs zu den ukrainischen Kindern. Der Kontakt zwischen der Waldschule und dem ukrainischen Projekt kam durch Maria Melnik von der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft zustande. Seit dem Jahr 2002 wird das Projekt vom Verein Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf finanziell unterstützt. In der Internatsschule, die an ein Waisenhaus angeschlossen ist, leben und lernen rund 250 Kinder. Von einem Standard wie an Walldorfer Schulen üblich können diese nur träumen. Die Gebäude des Waisenhauses und der Schule sind in schlechtem Zustand und werden zurzeit mit Hilfe der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft so gut wie möglich saniert.

Foto: Pfeifer

 Zur Artikel-Auswahl

Walldorfer Rundschau, Samstag, 02.10.2004

Werkbänke und Werkzeug für ukrainische Schule

Mit kostbarer Fracht verließ dieser Tage ein Lkw die Walldorfer Waldschule und machte sich auf die lange Reise in die Ukraine.

Die Stadt Walldorf als Schulträger hatte alte Werkbänke der Waldschule und Werkzeug für eine Internatsschule im ukrainisehen Korcunok gespendet. Mit der Spende können dort Schüler lernen, Metall und Holz zu bearbeiten. Auch Schulranzen, gut bestückt mit Stiften und Heften, wurden mit eingeladen.

Der Kontakt zwischen der Waldschule und dem ukrainischen Projekt . ekt kam durch Maria Melnik von der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft zustande. Seit zwei Jahren wird, das Projekt vom Verein Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf e.V. finanziell unterstützt. In der Schule, die an ein Waisenhaus angeschlossen ist, leben und lernen rund 250 Kinder. Von einem Standard wie an Walldorfer Schulen üblich, können die ukrainischeu Kinder nur träumen. Waisenhaus und Schule, die beide in sehr schlechtem Zustand sind, werden zurzeit mit Hilfe von Spenden so weit wie möglich saniert.

Viele haben mit angepackt, damit der Wagen vollgeladen auf die Reise gehen kann (Foto: Pfeifer)

Die aktuelle Sachspende aus Walldorf bedeutet einen weiteren Lichtblick und wird, da ist sich Maria Melnik (2.v.I.) ganz sicher, eine Riesenfreude bereiten. Ihr Dank galt allen Spendern und Helfern für ihr großes Engagement. Beim Einladen halfen unter anderem Hanne Meißner vom Verein Hilfe zur Selbsthilfe (rechts im Bild), Lehrerin Else Lüll und Rektor Lorenz Kachler (sitzend) und Heinz Blattmann, Kleiderstube Walldorf (4.v.I.).

Zur Artikel-Auswahl

Walldorfer Rundschau, Freitag, 24.09.2004

Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf e.V.

Zu Besuch in Walldorf

Bei einer privaten Veranstaltung berichteten Cathérine und Antoine Eklou von unserem Projekt "APERSEC", der ambulanten Krankenstation in Burkina Faso.

Beeindruckend ist Cathérine Eklous Arbeit für die ärmsten Menschen in den entlegenen Dörfern. Hier wird wirklich Hilfe zur Selbsthilfe geleistet, indem Frau Eklou Frauen aus den Dörfern in Hygiene, Säuglingsernährung und erster Hilfe unterrichtet. So können bereits einige Krankheiten mit Hilfe einfachster Mittel vermieden werden.

Für die zahlreichen Spenden bedankt sich Cathérine Eklou mit folgenden Worten:

Als ich mir vor vier Jahren vornahm, als Krankenschwester armen Menschen zu helfen, wusste ich überhaupt nicht, wohin mich dieser Weg führen würde. Heute bin ich persönlich sehr glücklich, festzustellen, dass ich mich nicht getäuscht habe: Die damals winzig angefangene Arbeit hat heute eine positive Resonanz und sichtbare Wirkungen.

 

 

Diesen Erfolg verdanke ich zunächst mal Deutschland, einem Land, welches mein Leben bisher stark geprägt hat und weiterhin prägt. An dieser Stelle möchte ich Ihnen allen, im Namen dieser armen Menschen für, Ihre verschiedenen wertvollen Unterstützungen meinen innigsten Dank aussprechen.

 

.

Cathérine Eklou, Leitung Apersec, Burkina Faso

Zur Artikel-Auswahl

Rhein-Neckar-Zeitung, Freitag, 18.06.2004

Für die Kinder in Turuçu ein Fünkchen Hoffnung

Mit Hilfe aus Walldorf wurde in dem südbrasilianischen Ort eine Kinderkrippe eröffnet - Die Erweiterung ist schon geplant

Walldorf. (oé) Für das südbrasilianische Turuçu mit seinen knapp 3800 Einwohnern war es ein besonderes Ereignis. Selbst der Gouverneur war in das Provinzstädtchen gekommen, um im Januar dieses Jahres die neue Kinderkrippe einzuweihen. Entsprechend groß war das Echo in den lokalen Medien. Dass dieses wegweisende Projekt für Kinder in extremer Armut überhaupt realisiert werden konnte, ist dem Walldorfer Verein "Hilfe zur Selbsthilfe" zu verdanken. Seit dem Jahr 2000 unterstützt und fördert der Entwicklungshilfe-Verein aus der Astorstadt in Turuçu verschiedene Projekte: Den Anfang machten eine Bäckerei und eine Schreinerei für Jugendliche, die beide inzwischen so erfolgreich arbeiten, dass sie keine Unterstützung mehr brauchen. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Vermittlung von Pateneltern. "Von 70 Kindern aus Turuçu, für die wir Pateneltern suchen, konnten inzwischen 50 vermittelt werden`, erzählt Doris Bernzen, die Versetzende des Vereins.

  

Sauber, hübsch und kindgerecht ist die neue Kinderkrippe im südbrasilianischen Turuçu, die mit finanzieller Hilfe des Walldorfer Vereins "Hilfe zur Selbsthilfe" errichtet wurde und seit Januar in Betrieb ist (Foto links). Die Betreuungsstätte bietet Platz für 30 Kinder, die dort regelmäßig Essen bekommen und wenigstens tagsüber nicht mehr in den Elendsquartieren ihrer Eltern bleiben müssen (Foto rechts). Allerdings reicht der Platz längst nicht aus. Deshalb soll die Kinderkrippe auf 60 Plätze erweitert werden. Dafür sammelt der Verein "Hilfe zur Selbsthilfe" Spenden. Außerdem sucht er weitere Pateneltern für Kinder, die durch eine Patenschaft dem schlimmsten Elend entrinnen könnten.
                                                  Fotos: Claudia Frey/Repro: Pfeifer

 

Das Patenschafts-Projekt war auch der Auslöser für den Bau der Kinderkrippe. Denn dort können die Paten-Kinder wenigstens tagsüber den oftmals deprimierenden Wohnverhältnissen zu Hause entkommen. Sie leben in einem geschützten und betreuten Rahmen und bekommen regelmäßig zu essen. Der Verein " Hilfe zur Selbsthilfe " hat für den Bau der Betreuungsstätte bislang zwei Mal 5000 Euro zur Verfügung gestellt. Das wirkte wie eine Initialzündung. Denn eine Lederfabrik in Turuçu legte noch einmal 5000 Euro dazu und kann nun künftig auch eine bestimmte Anzahl Kinder ihrer Fabrikarbeiter dort unterbringen. Die Betreuerinnen der Kinderkrippe werden vom Gesundheitsressort der Gemeinde Turuçu bezahlt, dessen Leiterin Elsa Timm zugleich die Vertrauensperson des Vereins "Hilfe zur Selbsthilfe" vor Ort ist.

Wie schön die Kindertagesstätte geworden ist, davon konnte sich Claudia Frey bei einem Besuch in Turuçu kurz vor Ostern überzeugen. Die Heidelbergerin betreut das Turuçu-Projekt des Walldorfer Vereins gemeinsam mit Doris Bernzen von der Astorstadt aus. "Sauber und liebevoll eingerichtet" sei das "Casa da Criança" (das

"Haus des Kindes"), berichtet sie von ihrem Besuch. Die Möbel wurden übrigens in der Schreinerei gefertigt, die ebenfalls von Walldorf aus unterstützt worden ist. Drei Gruppenräume gibt es in der Kinderkrippe, außerdem einen Gemeinschafts- und Essraum sowie Küche, Bad und Toilette. 30 Kinder vom Säugling bis zum Vorschulalter haben dort tagsüber in drei Gruppen Platz gefunden, sie werden von zwei bis drei Betreuerinnen pro Gruppe versorgt und erhalten drei Mahlzeiten pro Tag. Dies ist besonders wichtig, da viele Kinder zu Hause nur mangelhaft und unregelmäßig ernährt werden und deshalb an Unterernährung leiden und oft in ihrer Entwicklung zurückgeblieben sind. Wie bedrückend die Wohnverhältnisse der Kinder und ihrer Familien sind, das konnte Claudia Frey bei ihren Besuchen in den Elendsvierteln von Turuçu ebenfalls ganz hautnah erleben. Erst als sie die erbärmlichen Hütten der Eltern gesehen habe, sei ihr richtig klar geworden, welche Hoffnung und Perspektive die Tagesstätte für die Kinder bedeute, schreibt Claudia Frey in ihrem Bericht.

Umso nötiger wäre eine Erweiterung der Kinderkrippe. Die 30 Plätze reichen bei weitem nicht aus. "Das Kinderhaus könnte mehr als doppelt so viele Kinder aufnehmen, jedes einzelne hätte die gute Betreuung und Versorgung bitter nötig", berichtet Claudia Frey.

Sie und Doris Bernzen bitten deshalb um Spenden, die eine Vergrößerung der Kinderkrippe auf 60 Plätze ermöglichen würde.

Auch weitere Pateneltern sucht der Verein "Hilfe zur Selbsthilfe". 20 Kinder warten noch auf Unterstützung aus Deutschland und hoffen so dem schlimmsten Elend entrinnen zu können. Doris Bernzen und Claudia Frey sind zuversichtlich, auch für diese Kinder noch Pateneltern zu finden (für 150 Euro im Jahr kann man eine individuelle Patenschaft übernehmen, es ist aber auch möglich, eine Summe nach Belieben in den Patenschaftsfonds einzuzahlen).

Aber schon jetzt hat sich in Turuçu vieles zum Besseren gewendet. Es gehe darum, die Hoffnungslosigkeit zu beenden und eine Perspektive aufzuzeigen, sagt Doris Bernzen. Dies ist in Turuçu dank der Hilfe aus Walldorf gelungen. "Bereits die Kinder merken nun frühzeitig, dass ein anderes Leben möglich ist hat Claudia Frey bei ihrem Besuch erfahren. Und es sei diese "realistische Hoffung auf Veränderung", die aktiv mache.

So sei es beispielsweise zu Anfang schwierig gewesen, die jeweils 15 Plätze in der Bäckerei und der Schreinerei zu belegen. Inzwischen gebe es jedoch eine "Riesen-Warteliste". Die Jugendlichen hätten einfach gemerkt, erzählt Claudia Frey, wie erfolgversprechend die Tätigkeit in einer der Werkstätten sei. Für die Jugendlichen ist die Arbeit dort "wie eine Lehre" und hinterher haben sie beste Aussichten, woanders eine Stelle zu bekommen. Dank der Projekte sei es schon jetzt gelungen, bei vielen "das zentrale Fünkchen Hoffnung zu wecken", so das Fazit von Claudia Frey. Für den Verein "Hilfe zur Selbsthilfe" ist das die schönste Ermunterung, in seiner Arbeit fortzufahren.


INFO: Mehr über den Verein "Hilfe zur Selbsthilfe" und seine Projekte sowie speziell über die Aufbauarbeit in Turuçu und das Patenschafts-Projekt dort erfährt man im Internet auf der Homepage www.Hilfezur-Selbsthilfe-Walldorf.de. Spendenkonto für das Kinderhaus: Konto-Nummer 57 707 674 des Vereins" Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf" bei der Sparkasse Heidelberg, Bankleitzahl 672 500 20.

Zur Artikel-Auswahl

Darmstädter Echo, Freitag, 07.05.2004

Seeheimer sammelt für Nepal

SEEHEIM-JUGENHEIM. Nepal habe er vorher überhaupt nicht groß wahrgenommen, gesteht Wilfried Gerfen aus Seeheim. Als seine Tochter Nicole (32) 2001 als Entwicklungshelferin für zweieinhalb Jahre nach Nepal ging, besuchte er sie, feierte im letzten Jahr sogar seinen sechzigsten Geburtstag in Nepal. Inzwischen hat der pensionierte Ingenieur die "Nepalhilfe Kirtipur" ins Leben gerufen. "Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt."

Tochter Nicole lebte während ihrer inzwischen beendeten Zeit als Entwicklungshelferin in Kirtipur, einer kleinen Stadt mit 10 000 Menschen, acht Kilometer südwestlich der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu gelegen. Sie machte ihren Vater im Januar 2003 auf die verheerende Situation einer 500 Schüler starken Schule in Panga, einem Stadtteil von Kirtipur, aufmerksam. Die leide als Regierungsschule unter chronischem Geldmangel.

Kleinere Erdbeben hätten der Bausubstanz stark zugesetzt, erklärt Gerfen. Er schickte Briefe an Freunde, Bekannte, Ex-Kollegen, frühere Geschäftspartner und Unternehmen und bat um Spenden. Gleichzeitig bahnte Gerfen eine Kooperation mit dem Walldorfer Verein Hilfe zur Selbsthilfe" an. Der legte den gleichen Betrag der von Gerfen durch seine Rundschreiben gesammelten Spenden noch einmal drauf. So kamen rund 12 000 Euro zusammen, die im Sommer 2003 nach Kirtipur überwiesen wurden. Davon wurde das Schulgebäude saniert und erweitert. 100 weitere Schüler finden dort jetzt Platz. Gerfen will weiter

Spenden sammeln, hat gerade ein Benefizkonzert mit der Sängerin Ilse Sturmfels organisiert. Rund 1000 Euro kamen dabei zusammen.

Wilfried Gerfen      Foto: Günther Jockel

Mit den künftigen Spenden  will Gerfen die Arbeit an der  Schule unterstützen. Die 1947 gegründete älteste Regierungsschule Nepals gilt laut Gerfen als beste unter den staatlichen Schulen des  Landes, könne es inzwischen mit  den teureren Privatschulen auf- nehmen.  Der Seeheimer schwärmt von dem Einsatzwillen und dem Idealismus der Lehrkräfte in Panga, "die sich mit knapp  50 Euro Monatslohn zufrieden geben müssen".           Bux

KONTAKT:

Wilfried Gerfen, 06257 990899

Internet: www.hilfe-zur-selbsthilfe-walldorf.de.

Zur Artikel-Auswahl

Walldorfer Rundschau, Samstag, 01.05.2004

Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf e.V.

Lehrwerkstatt "Ziegelbrennerei" in Sao Roque, Brasilien

In der Kleinstadt Sao Roque do Paraguacu leben viele Familien in löchrigen Lehmhütten und können von einem Steinhaus aus gekauften Ziegelsteinen nur träumen. Hier gibt es fast keine Arbeitsplätze. Die meisten jungen Leute ziehen daher ohne Ausbildung in die nächste Großstadt Salvador - praktisch ohne Zukunft.

Familie Uhl, die von 1991 bis 1994 dort als Entwicklungshelfer arbeitete, hat 2002 mit Hilfe des Vereins und der katholischen Pfarrgemeinde St. Peter wieder für eine Inbetriebnahme der Ziegelbrennerei gesorgt. 30 Jugendliche lernen aus Lehm Dachziegel und Mauersteine zu brennen. Ein Haus für eine achtköpfige Familie mit drei Räumen, Küche, Bad, drei Türen, drei Fenstern, einer Toilettenschüssel und einem Waschbecken kostet auf diese Weise € 700,-, reiner Materialwert! Das Haus wird von der Großfamilie selbst gebaut.

Ob die Aktion der Erstkommunionkinder es wohl schafft, ein solches Haus für eine der ärmsten Familien zu finanzieren, die bis heute in einer löchrigen Lehmhütte haust? Claudia Frey, die vor einigen Tagen von einer Reise aus Brasilien zurückgekehrt ist und u.a. auch die Stadt Sao Roque besuchte, brachte einige Fotos mit.

.

So könnte das neue Haus aussehen

Zur Artikel-Auswahl

Walldorfer Rundschau, Freitag 30.04.2004

Von Burkina Faso bis Brasilien

 Verein Hilfe zur Selbsthilfe e.V. hilft Kindern und Jugendlichen in aller Welt

Das Blutdruckmessgerät kam durch "Hilfe zur Selbsthilfe " nach Burkina Faso. (Foto.- privat)

Um wichtige Hilfe für etliche Menschen, auch wenn dies global gesehen nur den berühmten "Tropfen auf den heißen Stein" bedeutet, ging es bei der Jahreshauptversammlung des Walldorfer Vereins Hilfe zu Selbsthilfe e. V.

Doris Bernzen, die erste Vorsitzende des 1999 gegründeten Vereins, konnte in ihrem Rückblick nicht nur auf die gestiegene Anzahl laufender Projekte hinweisen, sondern auch auf bereits abgeschlossene Projekte, die sich nun selbst tragen. "Kleine und überschaubare Projekte sollen für eine begrenzte Zeit gefördert werden, um Kindern und Jugendlichen eine bessere Chance im Leben zu geben", fasste Doris Bernzen das Anliegen des Vereins zusammen. Im Geschäftsjahr 2003 beliefen sich die Gesamtausgaben des Vereins auf rund 95.600 Euro, die Einnahmen lagen bei rund 99.950 Euro.

Im Jahr 2003 waren es drei Projekte, die erfolgreich beendet' werden konnten: ein Waisenhaus in Saranda in Albanien. ein Haus für Frauen und Kinder in Not in Indien und Pflegefamilien für Waisenkinder in Schäßburg, Rumänien, sowie Werkstätten in Turucu, Brasilien. "Beendet" heißt in diesen Fällen, dass die "Anschubhilfe" gelungen ist und die Projekte nun ganz in die Hände der einheimischen Inititiatoren übergeben wurden und weiterlaufen. Wie Bernzen erklärte, sei es nicht der Ehrgeiz des Vereins, jährlich neue Projekte aufzunehmen, sondern begonnene Projekte finanziell zu sichern. Hier galt ihr Dank vor allem der Stadt Walldorf, die den Verein fördert. im Jahr 2003 mit 15.000 Euro. "Dies ist nicht selbstverständlich", lobte Doris Bernzen das Engagement der Stadt. Den Löwenanteil der Spendenmittel machten inzwischen Spendengelder aus, die - so Bernzen - auf vielfältige Weise zusammenkämen. So manches Geburtstagskind verzichte zugunsten von Spenden auf andere Geschenke. Auch den vielen

 

Pateneltern für Kinder in Burkina Faso oder Brasilien sprach die Vorsitzende den Dank des Vereins aus. In Brasilien konnte der Verein mittlerweile bereits 46 Kinder im Alter von null bis sechs Jahren vermitteln, für weitere 24 Kinder werden noch Pateneltern gesucht.

Anschauliche Einblicke in einzelne Projekte gaben die Projektbetreuerinnen und -betreuer, deren Berichte von Lesotho, nach Brasilien, Kasachstan, Äthiopien, Moldawien bis nach Burkina Faso oder Nepal führten. Der Schwerpunkt der meisten Projekte liegt in der Förderung von Kindern. In Lesotho soll eine Kindertagesstätte entstehen, in Nordbrasilien, in Sao Roque, eine Ziegelbrennerei als Lehrwerkstatt, im brasilianischen Turucu entstand eine Kinderkrippe für die bereits vermittelten Patenkinder und deren Eltern. Hier bekommen die Kinder täglich Milch, vitaminreiche Kost und Kleidung. Um die Versorgung von 80 "Patenkindern" geht es auch bei einem der Projekte in Burkina Faso, dessen sich das Walldorfer Gymnasium schon seit fast zehn Jahren angenommen hat. Zweimal wöchentlich eine warme Mahlzeit sicherzustellen ist hier das Ziel, das zum Beispiel mit den Erlösen aus Schulfesten gespeist wird. Außerdem ist hier mit Hilfe des Gymnasiums eine Schneiderei entstanden, der noch eine Schreinerwerkstatt folgen soll. Eine mobile Krankenstation betreibt "Apersec" in Burkina Faso, zu der auch Hebammen gehören. Neben Geld habe es, so Bernzen, hierfür auch Sachspenden, wie zum Beispiel Blutdruckmessgeräte oder Stethoskope, gegeben.

In Kasachstan entsteht eine Ambulanz für epilepsiekranke Kinder, in Äthiopien soll ein Schulbus für den Transport körperlich und geistig behinderter Kinder angeschafft werden, in Moldawien wird in Rybniza ein Haus für Straßenkinder fertig gestellt und in Nepal können die Kinder in Kirtipur in neuen Klassenräumen lesen und schreiben lernen.

Neben den vielen Erfolgen gebe es auch immer wieder Projekte, die aufgrund der kritischen politischen Lage nicht weiterverfolgt werden könnten, bedauerte Doris Bernzen, so zum Beispiel ein Rehabilitationszentrum für behinderte Kinder in Gaza.

Auf die alles in allem sehr erfolgreiche Arbeit des noch jungen Vereins dürfe man "auch ein bisschen stolz sein", meinte Doris Bernzen, die allen Projektbetreuerinnen und -betreuern für deren Engagement herzlich dankte.

Wer sich für die Arbeit des Vereins interessiert, kann die neu gestaltete Homepage besuchen, auch diese das Werk eines Vereinsmitglieds, unter www.hilfe-zur-selbsthilfe-walldorf.de

Kontakt: Doris Bernzen, Telefon 6 17 29

Zur Artikel-Auswahl

Rhein-Neckar-Zeitung, Donnerstag,  22.04.2004

Verein hilft notleidenden
Menschen in armen Ländern

Jahreshauptversammlung des Vereins "Hilfe zur Selbsthilfe" - Große Bereitschaft, Patenschaften für benachteiligte Kinder zu übernehmen

 

Walldorf (red.) Der Verein "Hilfe zur Selbsthilfe" Walldorf berichtete auf seiner jüngsten Jahreshauptversammlung über die erfolgreiche Arbeit im Jahr 2003. Seit 1999 setzt sich der Verein vorrangig für die Unterstützung kleiner Projekte der kommunalen Entwicklungspolitik in den notleidenden Ländern der Erde ein. Im Mittelpunkt der Förderungsmaßnahmen steht die Hilfe für Kinder und Familien Es geht um Erziehung, uni schulische und berufliche Ausbildung, medizinische Versorgung und Gesundheitserziehung. Die Hilfe soll als Anschubhilfe dienen. Der Verein will die Menschen motivieren, sich selbst zu engagieren. Die Förderung ist deshalb in der Regel begrenzt und danach sollte das jeweilige Projekt von selbst laufen. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Vermittlung von Patenschaften. Derzeit unterstützt der Verein notleidende Familien und Kinder durch neun Projekte in sieben Ländern.

Die Vorsitzende Doris Bernzen und die zweite Vorsitzende Hanne Meißner dankten den Mitgliedern und Förderern des Vereins für ihre Beiträge und Spenden. Neben der Unterstützung durch die Stadt Walldorf, die dem Verein im Jahr 2003 wieder 15 000 Euro zur Verfügung stellte, haben auch wieder mehrere Geburtstagskinder auf Geschenke verzichtet und stattdessen um Spenden für ,den Verein gebeten. So kamen ebenfalls rund 2000 Euro zusammen. Beeindruckt zeigten sich die Vorstandsmitglieder von der großen Bereitschaft, Patenschaften für benachteiligte Kinder zu übernehmen. Inzwischen werden in Burkina Faso 85 Kinder unterstützt, in Turucu/Brasilien 41. Kassier Stefan Weisbrod konnte in seinem Bericht einen Kassenstand von über 18 000 Euro zum Ende des Jahres vermelden. 2003 standen den Einnahmen in Höhe von fast 100 000 Euro Ausgaben von rund 95 000 Euro gegenüber. Geprüft wurde die Kasse von Dieter Burkard und Klaus Winnes, Beanstandungen ergaben sich keine.

Dem Vereinsziel folgend, die Projekte nur für eine begrenzte Zeit zu fördern, damit sie anschließend selbständig weiterlaufen können, konnten 2003 mehrere Projekte abgeschlossen werden. So wurde in Atghara/Indien das Ananda Kendra Haus für Frauen und Kinder in Not fünf Jahre lang unterstützt und konnte jetzt auf eigene Beine gestellt werden. Die Einrichtung sei jetzt fest in ihrem Umfeld etabliert und werde künftig vom indischen Staat als anerkannte Einrichtung unterstützt. In Albanien wurde seit 2001 das Waisenhaus Dormicum, in dem 50 Kinder leben, unterstützt. Die grundlegenden Sanierungsarbeiten wurden im Sommer 2003 mit der Trinkwasserversorgung und der Beseitigung der Abwasserprobleme abgeschlossen. Das

 

Haus mache jetzt einen freundlicheren Eindruck, heißt es im abschließenden Bericht. Die Umgebung des Hauses konnte gesäubert und als Spielfläche für die Kinder hergerichtet werden. Das Waisenhaus hat einen neuen Direktor bekommen, so dass damit gerechnet wird, dass die erreichten Verbesserungen und Fortschritte für die Kinder auch in Zukunft erhalten bleiben.

In Brasilien betreut der Verein aktuell drei Projekte. So konnten in der Kleinstadt Turucu insgesamt 41 Patenschaften für Kinder unter sechs Jahren vermittelt werden. Die Kinder können in ihren Familien bleiben, mit dem Geld wird für ausreichende Ernährung, Kleidung und gesundheitliche Versorgung der Kinder gesorgt. Ebenfalls in Turucu wurde durch den Verein und eine ortsansässige Lederfabrik eine Kinderkrippe gebaut, in der die Patenkinder und andere arme Kinder versorgt werden können. Die Kinderkrippe konnte im Januar 2004 eingeweiht werden. Es fehlt zwar noch an vielem, aber das Gebäude und die Grundausstattung sind nun vorhanden. Hier können die Kinder richtig ernährt und angemessen gefördert werden. In der Kleinstadt Sao Roque do Paraguacu konnte durch die Unterstützung aus Walldorf bereits 2002 eine stillgelegte Ziegelbrennerei wiederhergestellt und eingerichtet werden. 2003 konnten 30 Jugendliche lernen, aus Lehm Dachziegel und Mauersteine zu brennen. In dieser ersten Phase erfolgte die Entlohnung der Auszubildenden durch die Steine und Ziegel für den Bau eines Hauses für die eigene Familie. In der Aufbauphase, die sich nun anschließt, ist an den Verkauf der Steine und Ziegel an Familien und Institutionen in der näheren Umgebung gedacht. So soll das Projektziel erreicht werden: eine Lehrwerkstatt, die sich durch den Verkauf ihrer Produkte selbst trägt.

In Burkina Faso unterstützt das Walldorfer Gymnasium seit 1995 eine private Grundschule. Von rund 250 Kindern sind 85 Waisen, deren Schulgeld der Verein "Hilfe zur Selbsthilfe" durch Patenschaften - 40 Euro pro Jahr - trägt. Für 2004 ist hier neben der Fortführung der Patenschaften die weitere Einrichtung der Lehrwerkstätten, einer Schreinerei und einer Näherei, durch Spendenmittel geplant. Seit dem Jahr 2000 wird in Burkina Faso außerdem eine ambulante Krankenstation mitfinanziert. Projektleiterin Catherine Eklou und ihr vierköpfiges Team besuchen verschiedene Dörfer in einem Umkreis von 50 Kilometer rund um die Hauptstadt Ougadougou und bilden dort beispielsweise Frauen in Hygiene, erster Hilfe, Säuglingspflege und Ernährung aus. Außerdem klären sie über Hygiene, Ernährung, Schwangerschaftsverhütung und Aids auf.

Weitere Projekte des Vereins, die auch 2004 fortgesetzt werden sollen, sind eine Ambulanz für epilepsiekranke Kinder und Jugendliche in Kasachstan, ein Waisenhaus in der Ukraine, eine Tagesstätte für Kleinkinder in Lesotho, eine Schule in Nepal sowie ein Kinderhaus in. Moldawien.

Zur Artikel-Auswahl

Walldorfer Rundschau, Samstag, 10.04.2004

Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf e.V.

Jahreshauptversammlung des Vereins
"Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf e.V." vom 25. März

 

Der Verein, der vor fünf Jahren gegründet wurde, hat zum Ziel, Kindern und Familien in den ärmsten Ländern der Welt zu helfen. Kleine und überschaubare Projekte sollen für eine begrenzte Zeit gefördert werden, um Kindern und Jugendlichen eine bessere Chance im Leben zu geben. 1999 hat der Verein mit drei Projekten begonnen und konnte 2003 14 Projekte unterstützen. Die Förderung dieser Projekte ist nur möglich, weil der Gemeinderat der Stadt Walldorf und Bürgermeister Heinz Merklinger dem Verein für kommunale Entwicklungshilfe einen großzügigen Betrag zur Verfügung stellen. Weiterhin haben großzügige

 

private Spenden bei der Förderung der Projekte geholfen. Mehrere "Geburtstagskinder" verzichteten auf Geschenke und ließen die gesammelten Spenden verschiedenen Projekten zugute kommen. Ohne diese Unterstützungen wäre es nicht möglich, Patenkindern in Brasilien und Burkina Faso eine bessere Chance für ihr Leben zu geben. Weitere Patenkinder können noch vermittelt werden. Außerdem wurde ein neues Mitglied, Frau Petra Schwab, für die ev. Kirchengemeinde in den Vorstand des Vereins gewählt.

Genauere Informationen können Sie aus unserem Rechenschaftsbericht 2003 erfahren. Er kann sofort abgeholt werden bei: Doris Bernzen, Erlenweg 13, Hanne Meißner, Hubstr. 16, und Sigrid Tuengerthal, Heidelberger Str. 86. Ebenso bei: Volksbank, Sparkasse, Apotheken, Bücherei, Buchhandlung Föll, Rathaus und den Pfarrämtern

Zur Artikel-Auswahl

Walldorfer Rundschau, Samstag, 06.03.2004

"Mit vielen Grüßen aus der Waldschule"

"Wir sammeln Schulranzen, Schulsachen wie Mäppchen und Stifte und Sportsachen" lautete im November 2003 ein Aufruf an der Walldorfer  Waldschule. Ende Februar 2404 traten viele bunte Schulranzen. Schreibutensilien, Sportkleidung und so manches Kuscheltier den langen Weg vom Hof der Waldschule nach Korcunok in der Ukraine an.

Empfänger der bunt gemischten Ladung sind Kinder und Jugendliche des dortigen Waisenhauses, zu dem eine Internatsschule gehört. Rund 250 Kinder leben und lernen zurzeit in dem Haus, das eigentlich nur Platz für 220 Kinder hat. Die Waldschülerinnen und -schüler der Klasse 4b, die sich gemeinsam mit ihrer Lehrerin Elsa Lüll besonders für das Hilfsprojekt engagieren, kennen die ukrainischen Kinder nur von Fotos und wissen. dass deren Schul- und Wohngebäude weit vom Standard ihrer hiesigen Schule entfernt ist. Das Heim ist vom Verfall gezeichnet und konnte bisher nur notdürftig, mit vereinten Kräften von Lehrern. Kindern und Jugendlichen hergerichtet werden. Mit Unterstützung des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe und der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft konnte die Sanierung im letzten Jahr begonnen werden. Dank Menschen wie Dr. Ernst Lüdemann, Vorsitzender der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft. und seiner Mitstreiterin Maria Melnik müssen sich Lehrer und Schüler in Korcunok aber nicht verlassen fühlen. Maria Melnik die selbst aus dem flächenmäßig größten Land Europas stammt, setzt sich vor allein für Kinder ein und stellte auch den Kontakt zum Walldorfer Verein "Hilfe zur Selbsthilfe" her.

"Wir möchten die Walldorfer Schülerinnen und Schüler noch stärker als bisher für solche Hilfsaktionen begeis-tern", erklärt Doris Bernzen, die Vorsitzende des Vereins

 

Stolz zeigt sich die 4b mit ihrem Sammelgut. Auch Lehrerin Else Lüll (Mitte), Doris Bernzen vom Verein Hilfe zur Selbsthilfe (links) und Maria Melnik von der Deutsch-Ukrainischen Gesell-schaft (rechts) freuen sich (Foto: Pfeifer)

 ihr Anliegen. Bisher hatte sich das Walldorfer Gymnasium für ein Projekt in Burkina Faso engagiert. Die aktuelle Aktion an der Waldschule dürfte der Beginn einer weiteren langen Freundschaft sein, hofft Doris Bernzen. Lehrerin Else Lüll lobt die große Resonanz auf ihren Aufruf, den neben den Schülerinnen und Schülern auch deren Eltern unterstützten. So wurden nicht nur Schulranzen und Ähnliches zusammengetragen, sondern es wurden auch eifrig Kuchen und Pizzas gebacken und in den Hofpausen verkauft. Mit dem Erlös von rund 160 Euro wird nun das Fahrzeug. das in die Ukraine fährt. mit Kraftstoff gefüttert. Auch Rektor Lorenz Kachler freut sich über das große Engagement an seiner Schule. Das Lob Maria Melniks, dass die Schülerinnen und Schüler der Waldschule mit ihrer Hilfsbereitschaft "ein ganz besonderes Zeichen der Solidarität und Menschlichkeit" setzten. half so manchem Viertklässler über den Abschied vom lieb gewordenen Schulranzen und dem mitreisenden Kuscheltier hinweg.

Zur Artikel-Auswahl