Anfang

Der Verein in den Medien 2007

 

     

Rhein-Neckar-Zeitung, Samstag, 08.12.2007-1

6000 Euro für ein Mädchenprojekt

Schülermitverantwortung des

Gymnasiums Walldorf sammelte

Walldorf/St. Leon-Rot. (hehe) Schüler des Walldorfer Gymnasiums haben in den letzten Jahren immer wieder Geld für soziale Projekte gesammelt, die Kindern und Schülern in armen Ländern helfen sollen. Ein stattlicher Betrag wurde so beim letzten Mal dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, gespendet.

6000 Euro spendete die SMV des Gymnasiums Walldorf an den Verein Hilfe zur Selbsthilfe: Un­ser Bild zeigt v.l. Konrektorin Marianne Falkner, Barbara Diehm, Mai[ in Waldecker, Schulleiter Dietrich Laber, Katharina Zach, Doris Bernzen, Kevin Arnot und Michael Rehorst. Foto: Pfeifer

 

Doch für die Schülermitverantwortung (SMV), die die Sammlungen organisiert und durchführt, blieb dieses Sponsoring unbefriedigend. „Wir haben nie eine Rückmeldung erhalten, und wir wissen nicht, wofür unser Geld verwendet wurde", sagte Schülersprecherin Mailin Waldecker aus Klasse 12.Dieses Mal hat die SMV jedoch ein Partnerprojekt gefunden, von dem sie weiß, dass die Hilfe genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Und die Schüler können Kontakt zu den dortigen Empfängern halten: Es ist das Mädchenprojekt des Walldorfer gemeinnützigen Vereins „Hilfe zur Selbsthilfe" in der Südbrasilianischen Kleinstadt Turuçu. Nun haben die Vertreter der SMV, Mailin Waldecker, Walldorf, Kevin Arnot, St. Leon-Rot, Katharina Zach, Walldorf, und Michael Rehorst, St. Leon-Rot, dem Walldorf er Verein „Hilfe zur Selbsthilfe" einen Scheck über 6000 Euro übergeben. Die Vereinsvorsitzenden Doris Bernzen und Barbara Diehm nahmen ihn zur Weitergabe in Empfang.

Die Gymnasiasten hatten den Betrag für die SMV-Kasse in den letzten beiden Jahren bei verschiedenen Schul- und Klassenfesten, bei Sportevents und mit der Milchbar gesammelt. In einem SMV-Seminar bekamen sie dann Kenntnis von dem geplanten Mädchenprojekt in Turuçu, Brasilien. Die Versammlung der Klassensprecher fasste anschließend den Beschluss, das Mädchenprojekt zu fördern.

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Rhein-Neckar-Zeitung, Samstag, 08.12.2007-2

Hilfe aus Walldorf für brasilianische Mädchen

Neues Projekt des Vereins „Hilfe zur Selbsthilfe" in Turuçu

Walldorf. (behe) Turuçu ist eine Kleinstadt in Südbrasilien, die wirtschaftlich sehr unterentwickelt ist. Es herrschen große Armut und eine hohe Arbeitslosigkeit, darunter leiden besonders die Kinder. Unterernährung; und soziale Vernachlässigung; kennzeichnen vielfach das Bild. In besonderem Maße leiden Mädchen unter den dortigen Umständen. Ohne Aufklärung, Sexualerziehung und ohne Kenntnis von Verhütung ist die Zahl der '.Teenagerschwangerschaften sehr hoch. Und nach der Geburt des Babys wird die Not der jungen Mütter meist noch größer.

Mit dem vom Walldorfer Verein „Hilfe zur Selbsthilfe" gestarteten Mädchenprojekt sollen nun Räume in einem Begegnungshaus geschaffen werden, in dem sich Mädchen mit und ohne Kinder treffen. Die Mädchen lernen hier Säuglingspflege, Kindererziehung und den Umgang mit Kindern. Daneben wird weitere Fortbildung angeboten, so Computerkurse. Auch in Brasilien sind PC-Kenntnisse der Schlüssel zu besser bezahlten Jobs. Eine wichtige Aufgabe des Projekts ist es ferner, die Mädchen immer wieder zu motivieren, dass sie bei der Stange bleiben, denn das haben sie nicht gelernt.

Die Auswahl der Mädchen für einen Kurs erfolgt nach ihrer Motivation. Denn sie kommen aus bettelarmen Familien und sind meistens schlecht in der Schule. Sie haben in der

 

Regel niemanden, der sie unterstützt und kein Geld für Hefte oder Stifte. In Brasilien gibt es neuerdings das Gesetz "Familien-Stipendium". Wenn eine Familie weniger als 20 Euro im Monat verdient, bekommt sie für jedes Kind, das die Schule regelmäßig besucht, sieben Euro vom Staat. Hat eine Familie drei Kinder, bekommt sie mit 21 Euro mehr als das Familieneinkommen. Früher haben diese armen Familien, aus denen die Mädchen des Projektes stammen, ihre Kinder nicht in die Schule geschickt, sondern auf einem Bauernhof arbeiten lassen, damit sie etwas dazu verdienen. Diese Situation wird durch dieses Gesetz besser, weil die Mädchen jetzt ein Argument haben, lernen zu dürfen.

Das Besondere des vom Walldorfer Verein auf den Weg gebrachten Projekts ist, dass es in Brasilien von der deutschsprachigen Diplom-Psychologin Elsa Timm geleitet wird. Frau Timm ist Angestellte der dortigen Kommunalverwaltung und kann seitens der Gemeinde die ergänzenden Sach- und Geldmittel bereitstellen. Denn die 6000 Euro aus Walldorf reichen natürlich nicht aus, um das Mädchenprojekt erfolgreich zu betreiben. Des Weiteren besucht die Walldorfer Projektbetreuerin Claudia Frey, deren Großvater aus Turuçu stammt, immer wieder die brasilianische Stadt. Sie arbeitet dann an dem Projekt mit und überwacht, wie die Hilfe zur Selbsthilfe in Brasilien angekommen ist.

Info: Spenden für das Mädchenprojekt auf Konto 57 707

674 der Sparkasse Heidelberg, BLZ 672 500 20, oder auf Konto 18 013 800 der Volksbank Wiesloch, BLZ 672 922 00, Stichwort "Mädchenprojekt".

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Rhein-Neckar-Zeitung, Montag, 26.11.2007

Der Schulalltag auf Sri Lanka ist wesentlich strukturierter

Die 14 jährige Shashini Malki Vitharana vom Katharina-Shirani-Frauenfeld-College besucht für drei Monate die Realschule Walldorf

Walldorf. (HCE) „Nähwerkstatt im Schulzentrum in Payagale, Sri Lanka" heißt ein Projekt des Walldorfer Vereins „Hilfe zur Selbsthilfe", das dessen stellvertretende Vorsitzende Hanna Meißner seit 2005 betreut. Auch die Theodor-Heuss-Realschule unterstützt es. Neben dem Engagement der SMV hatten sich besonders die Jungen und Mädchen der Klasse 7a mit ihrer Klassenlehrerin Heidi Rein-Sauer für die Schule eingesetzt. Bei mehreren Aktionen kamen 1000 Euro zusammen, die vor einigen Monaten an die Schulleiterin K.P.S. de Silva übergeben wurden. Gleichzeitig wurde damals eine Gastfamilie gesucht für eine Schülerin, die einige Monate die Realschule besuchen sollte. Für die 14-jährige Shashini Malki Vitharana fand diese sich schnell. Shashini lebte sich rasch ein und besucht seit Ende September zusammen mit ihrer „Adoptivschwester" Nadine Deggelmann den Unterricht der Klasse 8b.

Die 14-jährige Shashini Malki Vitharana Shashini aus Sri Lanka besucht drei Monate die Walldorfer Realschule. Unser Bild zeigt sie mit ihrer Gastschwester Nadine Deggel-mann vor der Partnerschulen-Wand.

Foto: Ebeling

 

Nach Angaben von Konrektor Helmut Hibschenberger gründete der Schwetzinger Notar Peter Frauenfeld 2002 eine Schule bei Payagale in Sri Lanka südlich von Colombo, etwa acht Kilometer vom Meer entfernt, und intensivierte sein dortiges Engagement nach den verheerenden Verwüstungen durch den Tsunami an Weihnachten 2004. Frauenfeld erwarb weiteres Gelände für das KSF-College (Katharina-Shirani-Frauenfeld-College), das für 600 Schüler aller Altersstufen mit Vor- und Grundschule sowie Highschool konzipiert ist. Auf dem Gelände befindet sich auch ein Internat, das von der Stadt Walldorf finanziert wird, und für etwa 70 Mädchen im Alter von sechs bis 15 Jahren eingerichtet ist, deren Familien vom Tsunami betroffen waren.

 

Im Rahmen des Highschool-Unterrichts soll auch eine praktische Berufsausbildung angeboten werden, um es den Mädchen nach Schulabschluss zu ermöglichen, für ihren eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Und hier kommt der Verein „Hilfe zu Selbsthilfe" mit Finanzierung einer Nähwerkstatt ins Spiel. Projektleiterin Meißner beziffert die Kosten mit den Nähmaschinen auf etwa 7500 Euro, zusammen mit dem Mobiliar auf 10 000 Euro. Die Ausbildung soll von einheimischen Lehrkräften zusammen mit Gastlehrern aus Deutschland übernommen werden. In einem Auswahlverfahren unter den besten Schülerinnen erhielten fünf von ihnen die Chance, einige Monate in einer deutschen Familie und an einer deutschen Schule zu verbringen. Für Shashini wurde Walldorf ausgewählt, wo sie bis kurz vor Weihnachten bei der Familie Deggelmann lebt, während eine Freundin nach Hockerheim kam.

Seit dem sechsten Schuljahr besucht Shashini das KSF-College. Anders als in Walldorf, wo sie ein eigenes Zimmer hat, teilt sie den dortigen Schlafsaal mit 15 weiteren Mädchen; verantwortlich für die Organisation ist eine junge Deutsche. Neben der für ihre deutschen Mitschüler unüblichen Schuluniform ist Shashinis Tag in Sri Lanka auch wesentlich strukturierter. Vor dem Unterricht, der montags bis samstags aus jeweils acht Unterrichtsstunden zwischen 7:30 und 16 Uhr besteht, müssen die Mädchen um 7 Uhr ihre Schule saubermachen, Pausen gibt es um 9 Uhr für 15 Minuten sowie um 12:30 Uhr für 45 Minuten mit gemeinsamem Essen im Internat zusammen mit den Lehrern. Nachmittags ist ab 16:30 Uhr Sport angesagt, anschließend für mindestens 90 Minuten Hausaufgaben und nach 30 Minuten Chorgesang geht der Tag mit dem gemeinsamen Abendessen um 20 Uhr zu Ende. Sonntags dürfen die Mädchen nach Hause, doch da ihre Familie zu weit entfernt wohnt, bleibt Shashini im Internat.

Mit der ein Jahr jüngeren Nadine und deren elfjährigem Bruder Christian versteht sich Shashini bestens. Sie genießt es, von der Familie Deggelmann verwöhnt zu werden und meint: „Ich esse alles - außer Käse und Lebkuchen." Zuhause bestehe das tägliche Essen hauptsächlich aus Reis, Brot, Nudeln und Hähnchen. Für beide Mädchen heißt in einem Monat wieder Abschied nehmen, wenn Shashini kurz vor Weihnachten nach Sri Lanka zurückfliegt.

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Badische Zeitung, Montag, 10.09.2007

Kampf für eine bessere medizinische Versorgung

ZU GAST IN FREIBURG: Cathérine Eklou aus Burkina Faso sammelt Spenden für einen ambulanten Krankendienst in ihrer Heimat

VON UNSERER MITARBEITERIN SILVIA FALLER

Wenn Cathérine Eklou auf Reisen geht, strebt sie nicht nach Erholung. Sie besucht in Deutschland Freunde und Einrichtungen, die mit Spenden den ambulanten Krankendienst „Association Notre Dame du Perpétuel Secours" (Apersec) finanzieren, den sie vor sieben Jahren in Ouagadougou, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Burkina Faso, gegründet hat. Der Dienst erreicht an die 20 000 Menschen in 15 Dörfern rund um die Stadt. Zuvor hatten diese Leute keine medizinische Versorgung. Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen zählt Burkina Faso zu den ärmsten Ländern der Welt, 90 Prozent der Bevölkerung


Cathérine Eklou
Foto: Brigitte Sass

leben von der Landwirtschaft, fast drei Viertel sind Analphabeten. Ohne Spenden würde Apersec nicht existieren. Die kommen von einem Verein aus dem nordbadischen Walldorf, der Fonds des Weltgebetstages und zahlreiche Freiburgerinnen und Freiburger. Im St. Josefskrankenhaus hat Cathérine Eklou in den 1980er-Jahren als Krankenpflegerin gearbeitet. Hier hat die gebürtige Ghanaerin auch

ihren Mann, den Germanisten Akpaka Eklou aus Togo, kennengelernt und das älteste ihrer drei Kinder geboren. 1990 zog die Familie nach Ouagadougou.

Wie es zur Gründung von Apersec kam? „Es hat sich herumgesprochen, dass ich Krankenschwester bin. Die Leute kamen einfach zu mir. Bald war ich überfordert", erzählt die 48-Jährige. Heute beschäftigt Apersec vier

 

Hebammen und einen Krankenpfleger. In regelmäßigen Abständen besuchen sie die Dörfer. Sie versorgen Wunden, behandeln Infektionskrankheiten und beraten in Ernährungs- und Hygienefragen. „Die Leute wissen nicht, dass man weniger krank wird, wenn man sich wäscht, oder dass man den Babys Gemüse und Obst zufüttern muss, damit sie sich gut entwickeln", erzählt Cathérine Eklou.

Aufklärung ist auch nötig hinsichtlich der Beschneidung. Die religiös motivierte Verstümmelung der äußeren Geschlechtsorgane junger Mädchen ist seit kurzem ein Straftatbestand in Burkina Faso. „Es sind vor allem älteren Frauen, die das dennoch ihren Enkelinnen zufügen", erzählt Cathérine Eklou. „Wir lassen diese Frauen bei Geburten zusehen. Damit sie erleben, wie sehr eine Frau leidet, die beschnitten worden ist und wie einfach eine andere ihr Kind zur Welt bringt."

Ist eine Dorfgemeinschaft sensibilisiert, wird ein Team von vier Leuten in Erster Hilfe ausgebildet. Als „Multiplikatoren" verwalten die dann einen Apothekenkasten mit Medikamenten und Verbandsmaterial und organisieren Putzaktionen in den Gemeinschaftseinrichtungen. Die Hilfe ist nicht kostenlos. Nach ihren jeweiligen Möglichkeiten bezahlen die Patienten dafür. Weitere Dörfer stehen auf der Warteliste, in das Hygiene- und Gesundheitsprogramm aufgenommen zu werden. Cathérine Eklou würde auch gern in jedem Dorf eine Schule einrichten. Sie ist jedoch an der Grenze der ihrer Belastbarkeit angekommen, ihre eigene Arbeit leistet sie ehrenamtlich.

 

Am Dienstag, 11. September, um 20 Uhr erzählt Cathérine Eklou im Pfarrzentrum St. Georg von ihrer Arbeit. Weitere Informationen über Apersec auf www.hilfe-zurselbsthilfe-walldorf.de

 

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Rhein-Neckar-Zeitung, Mittwoch, 20.06.2007

Schönes Festwetter und viele fröhliche Menschen

Viele Programm-Höhepunkte beim Walldorfer Spargelmarkt 

Walldorf. (behe) Der Wettergott ist Walldorf gut gesonnen. Während noch die Eröffnung des traditionellen Spargelmarktes am Freitag bei zugigem Nieselwetter stattfand, gab es am Samstag und am Sonntag strahlend schönes Festwetter. Das war gut für die Stimmung der Besucher des Festes. In der Hauptstraße von der Drehscheibe bis zum Oberdorf bewegten sich am Sonntagmittag Tausende von fröhlichen Menschen. Auf den Bühnen und vor den Ständen war etwas los, es lief ein sehenswertes und interessantes Programm mit vielen Highlights. Beeindruckend stellte sich auch die fröhliche kulturelle Vielfalt des Festes dar. Und viele Walldorfer Familien trafen sich oder sahen sich wieder und plauderten bei Wein, Spargelgerichten und anderen lukullischen Genüssen. Kurz: Eine frohe und entspannte Volksfest-Atmosphäre kennzeichnete den Walldorfer Spargelmarkt 2007.

Was waren die Highlights? Sicherlich zählten die zahlreichen musikalischen Darbietungen dazu: der typische Sound des Swings der SAP Big Band, die internationalen Rock-, Pop- und Schlagernummern von „Maid", den „Cherries" oder den „Rollers" mit ihren beiden Sängerinnen oder die Soul-Music von „Art Donats". Professionell spielte auch die Big Band „Bajazzo" und zog mit guten Tanz-Rhythmen und exzellenten Stimmen viele Zuhörer an. Aber auch der Musikverein Stadtkapelle, bei dem ungewöhnlich viele Jugendliche die Instrumente spielten, zeigte unter dem engagierten Dirigat von Christiane Seitz ein beachtliches musikalisches Können.

Breiten Raum gab es für die Kinder im Mittagsprogramm: die Kindermodenschau von „Birgit und Jochen" und dem Brillenladen Petra Tognino. „Mach mit", hieß es bei Theo Tollpatsch, und Jung und

Alt sangen mit. Reizende Tanzaufführungen zeigten die Kinder- und Jugendtanzgruppen der Tanzschule Kronenberger, und die„ Storchenküken", die Gardetänzerinnen und „Flashdancers" der Karnevalsgesellschaft Astoria Störche erhielten frenetischen Beifall.

Was wäre der Spargelmarkt ohne sportliche Darbietungen? Hier zeigten in einer großartigen Turn- und Tanz- Show Turnerinnen und Turner der SG Walldorf Astoria von den Kleinen bis zu den Großen in einer beachtlichen Performance, was sie können.

 

Bei ihrem Spargelmarkt-Rundgang wurde Spargelkönigin Lena I. begleitet von den Wieslocher Weinhoheiten, von Bürgermeister Heinz Merklinger, Dieter Degreif und den beiden Beigeordneten Dieter Astor und Otto Steinmann. Sie zeigten sich sichtlich zufrieden mit dem Verlauf des Festes.

Der Verein „Hilfe zur Selbsthilfe" unterstützt gezielt Kinder und Familien in notleidenden Ländern. Zurzeit ist der Verein in acht Projekten in Asien, Afrika und Rumänien engagiert. Mit einer Versteigerung in der Stadtbücherei sollte beim Spargelmarkt die Spendenkasse aufgefüllt werden. Die Auktion wurde mit Witz und Überzeugungskraft von Joachim Rodenbusch geleitet.

Unter den Hammer kamen Spenden Walldorfer Firmen, Gemälde der Walldorfer Künstlergruppe, Gutscheine und vieles mehr. So ging zum Beispiel ein zerlegtes Reh für 110 Euro über den Auktionstisch, ein fabrikneues Trekkingbike wurde für 200 Euro ersteigert, und die viertägige Berlin-Studienreise für zwei Personen, die der anwesende Bundestagsabgeordnete Gert Weisskirchen gestiftet hatte, ging als ein Schnäppchen für 600 Euro weg. Insgesamt wurden 5800 Euro erlöst, was die Vereinsvorsitzende Doris Bernzen mit großer Freude verkündete.

Szenen eines gelungenen Festes: Bürgermeister Heinz Merklinger (Foto links oben, Mitte) zusammen mit den Weinhoheiten und der Spargelkö­nigin beim Schälendes„ königlichen" Spargel-Gemüses. Zu den Höhepunkten des Spargelfest-Programms zählten die Turn- und Tanzdarbietun­gen Walldorfer Vereine, außerdem fand in der Bücherei eine Auktion zugunsten des Vereins „Hilfe zur Selbsthilfe" statt.

Fotos: Pfeifer

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Walldorfer Rundschau, Samstag, 12.05.2007

Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf e.V.

Jahreshauptversammlung am 19. April

Die erste Vorsitzende Doris Bernzen gibt einen Überblick über die Arbeit des Vereins in den vergangenen Jahren. Seit 1999 wurden insgesamt 25 Projekte gefördert, von denen 14 inzwi­schen abgeschlossen sind. Zurzeit unterstützt der Verein acht Projekte in Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa. Es konn­ten seit 1999 insgesamt 412.550E zum Einsatz gebracht werden. Dazu hat die Stadt Walldorf 30 % beigetragen, 70 % konnten die Projektleiter sammeln. Im vergangenen Jahr betrug das Spendenaufkommen allein 70.000 €. Besonders erwähnenswert sind einige herausragende Spenden:

- Die Kommunionkinder und die Firmlinge und ihre Eltern haben das Projekt in Sao Roque, Brasilien, großzügig unter­stützt. Dieses Projekt ist inzwischen beendet. Die verbliebe­nen Spendengelder werden an den Freundeskreis Sao Roque überwiesen und für den Bau von zwei Häusern für be­sonders bedürftige Familien verwendet. Die evangelische Jugend ließ der Entbindungsstation in Mugamba, Tansania, die Einnahmen der Tannenbaumaktion zugute kommen.

 

- Der evangelische Kindergarten unterstützt seit Jahren Pa­tenkinder in Turucu, Südbrasilien.

- Die Schüler des Walldorfer Gymnasiums spendeten den Er­lös ihres sozialen Tags und die Kollekte des Weihnachtsgot­tesdienstes der Schule Wend Raabo in Burkina Faso.

- Schüler, Eltern und Lehrer der Sambuga-Schule verkauften Weihnachtsbasteleien und Weihnachtsbäume zugunsten von Roma-Kindern in Rumänien.

- Richard P. Gregory, Präsident der Greater Waldorf Jaycee Found in unserer Partnerstadt Waldorf/Maryland, spendete 1.000 Dollar für die ambulante Krankenstation Apersec in Burkina Faso.

Die Vorstandswahlen werden um ein Jahr verschoben. Frau Bernzen steht im nächsten Jahr als erste Vorsitzende nicht mehr zur Verfügung. Herr Uhl scheidet mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand aus.

Berichte über die Projekte und weitere Informationen können dem Jahresbericht entnommen werden, der an den bekannten Stellen ausliegt.

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Rhein-Neckar-Zeitung, Donnerstag, 12.04.2007

Mit Engagement und Herzblut
bei der Sache

Die Fortschritte der von der Stadt Walldorf unterstützten Hilfsprojekte für die Tsunami-Opfer auf Sri Lanka wurden vorgestellt

Walldorf. (towi) Durch den Tsunami, der Anfang letzter Woche über die Salomonen-Inseln hinwegrollte, ist die Flut-Katastrophe am 2. Weihnachtsfeiertag 2004 wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Damals waren in Südostasien nach dem Seebeben und den verheerenden Flutwellen über 220 000 Menschen umgekommen. Die Hilfsbereitschaft aus der ganzen Welt war riesig. Der Walldorfer Gemeinderat hatte dann 2005 beschlossen, insgesamt 350 000 Euro aus dem laufenden Etat für die Opfer zur Verfügung zu stellen. Ausgewählt wurden zwei Organisationen, die auf Sri Lanka tätig sind: der Verein „Kinder brauchen Frieden" mit 150 000 Eure und die Katharina-Shirani-Schule von Prof. Peter Frauenfeld mit 200 000 Euro. Beide stellten nun im Walldorfer Rathaus die bisher erfolgten Arbeiten vor.

Dorfacker als Fußballplatz

Man „baue Hoffnung", so Cornelia und Michael Bierlmeier, die Bürgermeister Heinz Merklinger und den Vertreterinnen des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe, Doris Bernzen und Sigrid Tuengerthal, von einer bewegenden Schlüsselübergabe im August 2006 berichteten. 30 Häuser für insgesamt 120 Personen möchte Bierlmeier für den Verein „Kinder brauchen Frieden" errichten, zehn davon stehen in Hanwella bereits. Der Ort liegt 35 Kilometer landeinwärts nordöstlich der Hauptstadt Colombo. Dort habe man ein geeignetes Gelände gefunden. „Die Leute sollen aus ihren Bretterbuden und Verschlägen raus", sagte Bierlmeier, die errichteten Wohnungen seien vor allem für Mütter mit Kindern gedacht, die ihren Ernährer verloren hätten. Es sei sehr schwierig gewesen, eine Auswahl zu treffen, deshalb habe man ein Punktesystem entwickelt.

Ein geeignetes Grundstück für das „Peace Village" war schwer zu finden, da die Grundstückspreise im Landesinneren nach der Flutkatastrophe in die Höhe schnellten, meinte Bierlmeier zu einem der vielfältigen Probleme, die sein Verein zu meistern hatte. Heftige Monsun-Regenfälle unterbrachen die Bauarbeiten für längere Zeit. In rund eineinhalb Jahren dürfte das Friedensdorf komplett sein und den etwa 120 Menschen ein vorübergehendes Zuhause bieten. Er machte klar, dass die Wohnungen für eine begrenzte Zeit zur Verfügung gestellt würden. „Wenn die Leute wieder auf eigenen Beinen stehen, verlassen sie die Häuser wieder", so Bierlmeier „und die nächsten rücken nach."

Derzeit sind nach den Worten von Bierlmeier wieder drei Häuser und eine Werkstätte im Bau. Jedes der Häuser koste etwa 7000 bis 7500 Euro. Auch Kindergarten und Nähwerkstatt seien geplant. Es gebe eine Zusage des DFB, für den Umbau des Dorfackers zum Fußballplatz Geld zur Verfügung zu stellen, sagte Bierlmeier. Susanne Stobitzer, die bei SAP in Walldorf arbeitet, war bei einem Besuch auf Sri Lanka „überwältigt von der Geschwindigkeit und Ernsthaftigkeit", mit der vor Ort gearbeitet werde. Mit viel Engagement und Herzblut seien die Mitarbeiter bei der

 

Sache. Stobitzer war es auch, die beim SAP-Neujahrskonzert 2005 in ihrer Ansprache den Blick auf den Verein „Kinder brauchen Frieden" gelenkt hatte, dem sie selbst angehört.

Auch in Payagale, im Katharina-Shirani-Schulzentrum für Mädchen, hat sich seit der Flutkatastrophe viel getan. In der Schule werden derzeit bereits 120 Schülerinnen in fünf Klassen unterrichtet, wenn alle sieben Gebäude stehen, sollen es einmal 700 sein. Zum Lehrerteam gehören deutsche und einheimische Kräfte, ein Zivildienstleistender aus Walldorf unterrichte ebenfalls dort, berichtete Peter Frauenfeld, der das Projekt initiiert hat und leitet. Suseema Priydarshani leitet gemeinsam mit einer deutschen Lehrerin die Schule und erklärte, dass der Unterricht ausschließlich auf Englisch stattfinde, um den Schülerinnen eine Perspektive für die Zukunft zu geben.

Frauenfeld hofft, dass bis Jahresende alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein werden. Dazu gehört vor allem das Waisenhaus mit rund 70 Plätzen, das inmitten des Schulzentrums entsteht. Dafür gibt es laut Frauenfeld „eine starke Nachfrage", sodass man überlege, in den einzelnen Zimmern mehr Kinder unterzubringen. Mit dem Bau soll im Juli begonnen werden. Die Entwürfe für die Gebäude des Zentrums stammen von Lehrkräften und Studenten der Universität Stuttgart.

Eine Sozialarbeiterin aus Deutschland wird das Waisenhaus, in dem vor allem Töchter von Tsunami-Opfern leben werden, leiten. Für den Aufbau einer Nähwerkstatt auf dem Schulgelände macht sich der Walldorfer Verein Hilfe zur Selbsthilfe stark und konnte hierfür als Paten die Klasse 7a der Theodor-Heuss-Realschule gewinnen. Heidi Rein-Sauer, Klassenlehrerin der 7a, berichtete, dass die Schüler sehr engagiert bei der Sache seien.

Info: Die Klasse 7a der Theodor-Heuss-Realschule Walldorf lädt am Dienstag, 17. April, um 19.30 Uhr in die kleine Aula des Schulzentrums ein zu einem Vortrag von Peter Frauenfeld, seiner Tochter Katharina Shirani und der Schulleiterin Suseema Priydarshani über das Projekt Nähwerkstatt im Katharina-ShiraniSchulzentrum.

Im Walldorfer Rathaus gab es eine Zwischenbilanz der von der Stadt mit 350 000 Euro unterstützten Hilfsmaßnahmen auf Sri Lanka. Unser Bild zeigt v.l. Kämmerer Stefan Weisbrod, Doris Bernzen, Heidi Rein-Sauer, Susanne Stobitzer, Bürgermeister Heinz Merklinger, Peter Frauenfeld, Cornelia und Michael Bierlmeier und Suseema Priydarshani. Foto: Pfeifer

 

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Badische Anzeigen-Zeitung, Mittwoch, 11.04.2007

Hoffnung bauen-
Für sich selbst sorgen können

Die von der Stadt Walldorf unterstützte
Flutopferhilfe wirkt

Walldorf. Im Südwesten Sri Lankas, rund dreißig Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo, führt die „Walldorf Road" in ein ganz besonderes Dorf - das „Kinder-brauchen-Frieden-Dorf" der Gemeinde Hanwella. Die Namensgebung der Straße ist ein sichtbares Zeichen des Danks für das Engagement der Stadtverwaltung Walldorf in dieser Region.

Nach der Flutkatastrophe im Dezember 2004 entschloss sich die Stadtverwaltung dazu, am Wiederaufbau in Sri Lanka mitzuwirken und wählte zwei vielversprechende Projekte aus. Das Friedensdorf des Hechinger Vereins „Kinder brauchen Frieden" und das Waisenhaus im Katharina-Shirani-Schulzentrum in Payagale. Was bisher mit der finanziellen Unterstützung der Stadt in Höhe von insgesamt 350 000 Euro realisiert werden konnte, berichteten dieser Tage Cornelia und Michael Bierlmeier sowie Susanne Stobitzer vom Verein „Kinder brauchen Frieden" sowie Suseema Priydarshani und Peter Frauenfeld für das Waisenhaus-Projekt.

Man „baue Hoffnung", stellte Michael Bierlmeier fest, der Bürgermeister Heinz Merklinger und den Vertreterinnen des Vereins „Hilfe zur Selbsthilfe", Doris Bernzen und Sigrid Tuengerthal, von einer bewegenden Schlüsselübergabe im August 2006 berichten konnte. Die ersten zehn Häuser mit zwanzig Wohnungen seien dabei an Familien übergeben worden, die von der Tsunami-Katastrophe besonders hart getroffen worden seien. In fast jeder der Familie lebten behinderte Menschen, meist fehle der Ernährer der Familie, in der diese Rolle nun der Frau zufiele. Es sei schwierig gewesen, ein geeignetes Grundstück für das auf rund dreißig Häuser angelegte „Peace Village" zu finden, da die Grundstückspreise im Landesinneren nach der Flutkatastrophe in die Höhe schnellten, meinte Bierlmeier zu einem der vielfältigen Probleme, die sein Verein zu meistern hatte. Heftige Monsun-Regenfälle unterbrachen die Bauarbeiten für längere Zeit und topographische Unwägbarkeiten in der dschungelähnlichen Gegend mussten gelöst werden. Für Cornelia und Michael Bierlmeier, die sich seit 1993 für Kinder in Katastrophengebieten einsetzen, kein Grund sich

Die Hilfe für die Tsunami-Opfer führte Bürgermeister Heinz Merklinger (vom) und Kämmerer Stefan Weisbrod (links) mit den Engagierten zusammen. Rechts ist eines der Wohnhäuser im Friedensdorf in Hanwella zu sehen.   Bild: Pfeifer

 

entmutigen zu lassen. Überwältigt von der Ernsthaftigkeit und Geschwindigkeit, mit der vor Ort gearbeitet worden sei, zeigt sich Susanne Stobitzer, die als Walldorfer Mitglied des Vereins bei der bewegenden Zeremonie der Schlüsselübergabe für die ersten Häuser dabei war. Momentan sind drei weitere Häuser im Bau, es sollen neben den insgesamt dreißig Wohnhäusern noch ein Kindergarten und eine Nähwerkstatt entstehen. In rund eineinhalb Jahren dürfte das Friedensdorf komplett sein und etwa 120 Menschen in Notlagen ein vorübergehendes Zuhause bieten.

Für sich selbst sorgen können

Von Walldorf unterstützte Projekte helfen Menschen, die es nötig haben

Walldorf. Ziel des Vereins ist es, die Bewohnerinnen und Bewohner dazu zu befähigen, wieder ganz für sich zu sorgen und das Dorf wieder verlassen zu können, damit weitere Menschen, die in Not sind, nachrücken können. Cornelia und Michael Bierlmeier dankten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Walldorf, die durch Sparmaßnahmen in allen Bereichen, die Spende von 150 000 Euro an den Verein ermöglichten aus ganzem Herzen. Das Glück und die Dankbarkeit der Betroffenen könne man gar nicht in Worte fassen, erklärten sie. Mit den Schlüsseln für die Häuser habe man den Menschen, die zuvor jeglichen Lebensmut verloren geglaubt hatten, den Schlüssel zum Glück überreicht.

Auch in Payagale, im Katharina-Shirani-Schulzentrum für Mädchen, hat sich seit der Flutkatastrophe viel getan. In der Schule werden derzeit bereits 120 Schülerinnen unterrichtet. Zum Lehrerteam gehören deutsche und einheimische Kräfte, ein Zivildienstleistender aus Walldorf unterrichte ebenfalls dort, berichtete Peter Frauenfeld, der das Projekt initiiert hat und leitet. Ab dem Jahr 2008 soll auch Deutschunterricht auf dem Stundenplan stehen. Suseema Priydarshani leitet gemeinsam mit einer deutschen Lehrerin die Schule und erklärte, dass der Unterricht ausschließlich auf Englisch stattfinde, um den Schülerinnen gute Perspektiven für die Zukunft zu bieten. Auch wenn der Unterricht manchmal noch unter abenteuerlichen Bedingungen stattfinde, sei man sehr zuversichtlich, so Frauenfeld, der hofft, dass bis März 2008 alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein werden. Dazu gehört vor allem das Waisenhaus mit rund siebzig Plätzen, das inmitten des Schulzentrums entsteht und für das die Stadt Walldorf 200 000 Euro spendet. Die Entwürfe für die Gebäude des Zentrums stammen von Lehrkräften und Studenten der Universität Stuttgart. Eine Sozialarbeiterin aus Deutschland wird das Waisenhaus, in dem vor allem Töchter von Tsunami-Opfern leben werden, leiten. Für den Aufbau einer Nähwerkstatt auf dem Schulgelände macht sich der Walldorfer Verein Hilfe zur Selbsthilfe stark und konnte hierfür als Paten die Klasse 7a der Theodor-Heuss-Realschule gewinnen. Heidi Rein-Sauer, Klassenlehrerin der 7a, berichtete, dass die Schülerinnen und Schüler sehr engagiert bei der Sache seien und hoffen, die Nähwerkstatt finanziell unterstützen zu können.

Bürgermeister Heinz Merklinger sprach allen Beteiligten, auch im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, seinen Dank aus. Er freue sich, dass die Solidaritätsbekundung nun solche Früchte trage. Die Klasse 7 a der Theodor-Heuss-Realschule lädt am 17. April um 19.30 Uhr in die Kleine Aula ein zu einem Vortrag von Peter Frauenfeld, seiner Tochter Katharina Shirani und der Schulleiterin Suseema Priydarshani über das Projekt Nähwerkstatt im Katharina-Shirani-Schulzentrum ein und hofft auf rege Teilnahme.               red

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Walldorfer Rundschau, Samstag, 07.04.2007

Hoffnung bauen

Die von der Stadt Walldorf unterstützte
Flutopferhilfe wirkt - Friedensdorf und Waisenhaus

Im Südwesten Sri Lankas, rund 30 Kilometer östlich der Hauptstadt Colombo, führt die "Walldorf Road" in ein ganz besonderes Dorf - das "Kinder-brauchen-Frieden-Dorf" der Gemeinde Hanwella. Die Namensgebung der Straße ist ein sichtbares Zeichen des Dankes für das Engagement der Stadtverwaltung Walldorf in dieser Region.

Nach der Flutkatastrophe im Dezember 2004 entschloss sich die Stadtverwaltung dazu, am Wiederaufbau in Sri Lanka mitzuwirken, und wählte zwei vielversprechende Projekte aus: das Friedensdorf des Hechinger Vereins "Kinder brauchen Frieden e. V." und das Waisenhaus im Katharina-Shirani-Schulzentrum in Payagale. Was bisher mit der finanziellen Unterstützung der Stadt in Höhe von insgesamt 350.000 Euro realisiert werden konnte, berichteten dieser Tage Cornelia und Michael Bierlmeier sowie Susanne Stobitzer vom Verein "Kinder brauchen Frieden" sowie Suseema Priydarshani und Peter Frauenfeld für das Waisenhaus-Projekt.

Man "baue Hoffnung", stellte Michael Bierlmeier fest, der Bürgermeister Heinz Merklinger, Kämmerer Stefan Weisbrod und den Vertreterinnen des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe e. V., Doris Bernzen und Sigrid Tuengerthal, von einer bewegenden Schlüsselübergabe im August 2006 berichten konnte. Die ersten zehn Häuser mit 20 Wohnungen seien dabei an Familien übergeben worden, die von der Tsunami-Katastrophe besonders hart getroffen worden seien. In fast jeder der Familien lebten behinderte Menschen, es fehle der Ernährer der Familie, in der diese Rolle nun der Frau zufiele. Es sei schwierig gewesen, ein geeignetes Grundstück für das auf rund 30 Häuser angelegte "Peace Village" zu finden, da die Grundstückspreise im Landesinneren nach der Flutkatastrophe in die Höhe schnellten, meinte Bierlmeier zu einem der vielfältigen Probleme, die sein Verein zu meistern hatte. Heftige Monsun-Regenfälle unterbrachen die Bauarbeiten für längere Zeit und topographische Unwägbarkeiten in der dschungelähnlichen Gegend mussten gelöst werden. Für Cornelia und Michael Bierlmeier, die sich seit 1993 mit aller Kraft für Kinder in Katastrophengebieten einsetzen, kein Grund, sich entmutigen zu lassen. Überwältigt von der Ernsthaftigkeit und Geschwindigkeit, mit der vor Ort gearbeitet worden sei, zeigte sich Susanne Stobitzer, die als Walldorfer Mitglied des Vereins bei der bewegenden Zeremonie der Schlüsselübergabe für die ersten Häuser dabei war. Momentan sind drei weitere Häuser im Bau. Neben den insgesamt 30 Wohnhäusern sollen außerdem noch ein Kindergarten und eine Nähwerkstatt entstehen. In rund eineinhalb Jahren dürfte das Friedensdorf komplett sein und etwa 120 Menschen in Notlagen ein vorübergehendes Zuhause bieten. Ziel des Vereins ist es, die Bewohnerinnen und Bewohner dazu zu befähigen, wieder ganz für sich zu sorgen und das Dorf wieder verlassen zu können, damit weitere Menschen, die in Not sind, nachrücken können. Cornelia und Michael Bierlmeier dankten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Walldorf, die durch Sparmaßnahmen in allen Bereichen die Spende von 150.00 Euro an den Verein ermöglichten, aus ganzem Herzen.

 

Das Glück und die Dankbarkeit der Betroffenen könne man gar nicht in Worte fassen, erklärten sie. Mit den Schlüsseln für die Häuser habe man den Menschen, die zuvor jeglichen Lebensmut verloren geglaubt hatten, den Schlüssel zum Glück überreicht.

Auch in Payagale, im Katharina-ShiraniSchulzentrum für Mädchen, hat sich seit der Flutkatastrophe viel getan. In der Schule werden derzeit bereits 120 Schülerinnen unterrichtet. Zum Lehrerteam gehörten deutsche und einheimische Kräfte, ein Zivildienstleistender aus Walldorf unterrichte ebenfalls dort, berichtete Peter Frauenfeld, der das Projekt initiiert hat und leitet. Ab dem Jahr 2008 soll auch Deutschunterricht auf dem Stundenplan stehen. Suseema Priydarshani leitet gemeinsam mit einer deutschen Lehrerin die Schule und erklärte, dass der Unterricht ausschließlich auf Englisch stattfinde, um den Schülerinnen gute Perspektiven für die Zukunft zu bieten. Auch wenn der Unterricht manchmal noch unter abenteuerlichen Bedingungen stattfinde, sei man sehr zuversichtlich, so Frauenfeld, der hofft, dass bis März 2008 alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein werden. Dazu gehört vor allem das Waisenhaus mit rund 70 Plätzen, das inmitten des Schulzentrums entsteht und für das die Stadt Walldorf 200.000 Euro spendet. Die Entwürfe für die Gebäude des Zentrums stammen von Lehrkräften und Studenten der Universität Stuttgart. Eine Sozialarbeiterin aus Deutschland wird das Waisenhaus, in dem vor allem Töchter von Tsunami-Opfern leben werden, leiten. Für den Aufbau einer Nähwerkstatt auf dem Schulgelände macht sich der Walldorfer Verein Hilfe zur Selbsthilfe stark und konnte hierfür als Paten die Klasse 7a der Theodor-Heuss-Realschule gewinnen. Heidi Rein-Sauer, Klassenlehrerin der 7a, berichtete, dass die Schülerinnen und Schüler sehr engagiert bei der Sache seien und hoffen, die Nähwerkstatt finanziell kräftig unterstützen zu können. Bürgermeister Heinz Merklinger sprach allen Beteiligten, auch im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt, seinen Dank aus. Er freue sich, dass die Solidaritätsbekundung nun solche Früchte trage.

Die Klasse 7a der Theodor-Heuss-Realschule lädt am Dienstag, dem 17. April, um 19.30 Uhr in die Kleine Aula ein zu einem Vortrag von Peter Frauenfeld, seiner Tochter und Namensgeberin des Schulzentrums, Katharina Shirani, und der Schulleiterin Suseema Priydarshani über das Projekt Nähwerkstatt im Katharina-Shirani-Schulzentrum und hofft auf rege Teilnahme.

Die "Walldorf Road" in Hanwella   (Foto: Kinder brauchen Frieden e. V.)

 

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