Länderübersicht

Unser Patenschaftsfond in São Lourenço do Sul
 

Projektbetreuung in Walldorf:

 

Claudia Frey

Barbara Diehm

 

 

Projektbetreuung vor Ort:

 

Elsa Timm
(Samen der Hoffnung)

 Die Informationen zum Projektverlauf entnehmen Sie bitte unseren aktuellen Jahresberichten

Allgemeine Projektbeschreibung:

 

November 2015

Elsa schilderte vor kurzem die Geschichte einer Patenfamilie, die wir unterstützen.
Sie schreibt:

 

 

Wieder geht ein Jahr zu Ende und unsere Zusammenarbeit hat vielen Menschen geholfen.

Unser Ziel war, ist und bleibt es, den Armen Chancen zu eröffnen, so dass sie sich und ihren Kindern ein besseres Leben aufbauen können. Es ist untersucht worden, dass Menschen, die an Hunger leiden, sich z.B. nicht um Bildung oder den Aufbau eines Wertesystems kümmern können. Zuerst müssen die körperlichen Bedürfnisse erfüllt sein, dann kann man darauf aufbauen.

Man kann bei uns oft beobachten, dass engagierte Menschen den Armen wichtige Dinge mitteilen und beibringen wollen, die aber hungern, starren die Wand an und nichts bleibt hängen. Das möchten wir nicht so machen, unser erster Schritt ist immer, den Hunger zu stillen. 

Eines unserer Ziele war es deshalb auch dieses Jahr die Familien zu identifizieren, die hungern und ihnen zu essen zu geben. Im nächsten Schritt unterstützen wir sie dann darin, langfristige Veränderungen anzugehen: eine Ausbildung zu machen, Arbeit zu finden, ihre Wohnsituation zu verbessern. Dies geschieht z. B. indem wir Baumaterial, Betten, Decken und Schulmaterial finanzieren und ihnen Selbsthilfegruppen anbieten, die  sie bei der Berufsfindung begleiten.

Ein Beispiel, an das ich immer wieder denken muss, ist eine Familie, die der Verein schon seit längerem unterstützt. Sie haben noch immer viele Probleme, aber allmählich können wir sehen, dass die Familie beginnt aus ihrem Teufelskreis auszusteigen. Die Mutter der Familie ist 34 Jahre alt und lebt alleinerziehend mit acht Kindern von drei verschiedenen Männern. Einer dieser Männer wurde auf der Straße erschossen, der zweite sitzt im Gefängnis. Der letzte, der Vater der beiden Kleinsten, von denen eines unser Patenkind ist, hat sie verlassen.

Die erste Hilfe, die diese Mutter je erhalten hat, kam durch die Patenschaft von Hillary. Dadurch konnten wir die Situation überhaupt erst von Grund auf kennen lernen. Die Familie war total hoffnungslos, es schien unendlich viele „Baustellen“ zu geben. Die 12jährige Tochter lief ständig von Zuhause weg, wobei die Schule froh war, wenn sie nicht kam, so schwierig war sie. Ihre 13-, 14- und 15jährigen Geschwister gingen zwar in die Schule, aber in die ersten Klassen. Die Mutter war schwer krank.

Euer Verein hat der Mutter die Fahrtkosten ins Krankenhaus finanziert, so dass sie endlich behandelt werden konnte. Sie musste nach einer schweren Operation einen Monat lang in der Klinik bleiben. Zuvor hatte ich die Verwandten besucht und in langen Gesprächen erreichen können, dass sie die Kinder für die Zeit des Klinikaufenthalts aufgenommen haben, so dass sie nicht ins Heim mussten. In der ganzen Zeit haben wir alle mindestens wöchentlich besucht und ihnen geholfen, wenn es nötig war (z.B. mit zusätzlicher Nahrung, aber auch mit langen Gesprächen).

Inzwischen ist die Mutter wieder zuhause, wir konnten sie in einem bundesstaatlichen Programm unterbringen, so dass sie nun eine ordentliche Hütte beziehen konnte. Zuvor lebten sie zu acht in einer kleinen Hütte, die aus zwei Zimmern bestand.

Durch den Verein konnten wir der ältesten Tochter auch ermöglichen, einen technischen Kurs zu absolvieren (den bietet die Stadt für Familien aus dem Patenschaftsprogramm an). Inzwischen hat sie eine Arbeit gefunden. Ihr geht es gut, sie geht weiterhin zur Schule und hat eine Arbeit für nebenbei gefunden.

Jetzt bekommt die Mutter auch eine soziale Grundsicherung, so dass sie darüber und über die Patenschaftszuwendung, die die kleine Hillary bekommt, abgesichert ist. Bereits seit drei Monaten benötigt die Familie darüber hinaus keine weitere Unterstützung, sie sind dem Verein unglaublich dankbar.

Und das 12jährige Mädchen geht jetzt regelmäßig zur Schule und lebt zuhause, ohne wieder weggelaufen zu sein.“

Download des Briefes:  

 

 

An diesem Beispiel sehen Sie sehr schön, dass die Aufnahme in unser Patenschaftsprogramm für die Familien noch viel mehr bedeutet als die Unterstützung durch zusätzliche Lebensmittel. Dank Elsas hervorragendem Netzwerk, ihrer Energie und ihres Optimismus erfahren die Familien weitreichende Hilfe, die ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern können.

 

Sommer 2010

Mit unserem im Juli 2010 begonnenen Patenschaftsprogramm São Lourenço werden 75 besonders benachteiligte Kleinkinder aus São Lourenço bis zu ihrem Schuleintritt gefördert. Sozial benachteiligte Kinder erhalten in Brasilien erst mit ihrem Schuleintritt eine staatliche Unterstützung - so z.B. ein warme Mahlzeit pro Tag. Deshalb hilft unser Entschluss, in diesem Programm ausschließlich Kleinkinder zu fördern, irreparable frühkindliche Schäden möglichst zu verhindern.

Die Pateneltern unterstützen 'ihre' Kinder mit 150 € pro Jahr. Die Kinder bleiben in ihren Familien, denen jedoch kein Bargeld ausbezahlt wird. Statt dessen erhalten sie die Möglichkeit, bei bestimmten Händlern jede Woche aus zwei verschiedenen Lebensmittelpaketen zu wählen, die die Händler in Absprache mit Frau Timm bereitstellen.

Die Dipl. Psychologin Frau Elsa Timm hat unser Patenschaftsprogramm in der Nachbarstadt Turuçu von 1999 bis 2009 sehr erfolgreich in ähnlicher Weise geleitet. Frau Timm ist eine langjährige Freundin unseres Mitglieds, Frau Dipl. Psychologin Claudia Frey, die auch die Betreuerin des Projektes seitens unseres Vereins ist. Es besteht ein enger persönlicher Kontakt und Frau Timm, die auch deutsch spricht, genießt unser volles Vertrauen.

Frau Timm arbeitet schon viele Jahre als städtische Angestellte der Gemeinde São Lourenço und leitet in dieser Funktion die städtische Psychiatrie und das Kinderhaus. Sie konnte erreichen, dass sie an einem Nachmittag für unsere Projekte freigestellt wird. Das ist sehr wichtig, da unser Verein grundsätzlich keine Gehälter bezahlt.

In Hütten wie diesen wohnen die meisten unserer Patenkinder

Frau Timm hat mit Bedacht nur Kinder ausgewählt, deren Familien bereits an anderen Schulungsprogrammen teilnehmen die darauf abzielen, dass sich die soziale Situation der Familien dauerhaft und nachhaltig verbessern kann. So müssen die Eltern regelmäßig an Abendveranstaltungen teilnehmen, an denen über Themen wie Kindererziehung, Umgang mit Gewalt, Bedeutung von Bildung, Sexualerziehung usw. gesprochen wird. Frau Timm und dem Verein 'Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf e.V.' ist es sehr wichtig, dass die Familien auch Eigeninitiative zeigen und nicht nur Unterstützung entgegen nehmen.

Für besondere Notfälle wie Krankheit erhält Frau Timm vom Verein einen Sozialfond, mit dem sie schnell und unbürokratisch helfen kann. Spenden hierfür sind immer sehr willkommen.

Besuchen Sie bitte die Website von Frau Timm "Samen der Hoffnung":

Bitte werfen Sie einen Blick auf die 75 Patenkinder von São Lourenço

Lernen Sie hier unseren Projektort São Lourenço kennen

Wollen Sie unseren Patenschaftsfond für die Kinder in São Lourenço unterstützen?


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