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Sao Lourenco

São Lourenço do Sul (do der vollständige Name) ist 200km südlich der Landeshauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Sul, Porto Alegre gelegen, im äußersten Süden Brasiliens. Die Grenze zu Uruguay, Argentinien und Paraguay ist nicht weit. São Lourenço wurde ursprünglich von Indios und Portugiesen gegründet, 1851 kamen dann viele Immigranten aus Brandenburg, Mecklenburg und Schlesien dazu. Eine so genannte Kolonie wurde schließlich gegründet, als ein Herr Rheinghantz aus Sponheim im Hunsrück das Hinterland an Interessenten aus der Heimat vergeben hat.
Noch heute leben etwa die Hälfte der insgesamt 43.000 Einwohner in der Kolonie, also auf dem Land um den Stadthern herum. Ursprünglich hatte São Lourenço sehr viel mehr Einwohner, aber vor etwa 10 Jahren wurden die Städte Turuçu und Cristal gegründet und von São Lourenço abgespalten.
Sehr viele Menschen hier sprechen noch "Pommer", die Sprache, die sie 1851 bei ihrer Einwanderung mitgebracht haben. Im Stadtkern selbst fällt das nicht so auf, weil sich hier die meisten auf portugiesisch verständigen, aber auf dem Land ist das zum Teil bis heute nicht möglich.

Das Stadtgebiet von São Lourenço zieht sich über 70 km bis zur nächsten Stadt, Canguçu. Das Stadtgebiet ist ansonsten von Cristal und Turuçu begrenzt, jeweils etwa 50km entfernt. Pelotas, die größte Stadt im Süden, ist 70 km entfernt.

São Lourenço hat einen großen Sandstrand, der im Sommer voller Touristen ist. Allerdings liegt São Lourenço nicht am Meer, sondern an einer riesigen Lagune, die in Rio Grande eine Verbindung zum Meer hat. Die Lagune hat eine auffällige Besonderheit: Im Sommer, wenn es heiß und der Süßwasserpegel niedrig ist, fließt Meereswasser nach. Die Süßwasserfische sterben dann ab, das ansonsten dunkle Wasser wird salzig, ganz hell und klar und nun gibt es Salzwasserfische, Krabben etc. Im Winter nimmt wieder das Süßwasser aus den Flüssen überhand, es gibt wieder Flussfische, das Wasser ist grünlich-dunkel und süß.
In São Lourenço leben sehr viele Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Andererseits gibt es hier Möglichkeiten, die es in kleineren Städten nicht gibt. Es gibt z.B. einige Schulungsprogramme, ein Kinderhaus, ein Krankenhaus. Es gibt eine städtische Suppenküche und die Kirche bemüht sich, den Menschen zumindest einfache Ausbildungen zu ermöglichen
Die Armut ist allerdings sehr viel größer als z.B. heute in Turuçu - wo sie allerdings ähnlich war, bevor der Walldorfer Verein die Menschen unterstützt hat.

In meinen Hausbesuchen habe ich gesehen, dass die meisten der Eltern, die für unser Patenschaftsprogramm in Frage kommen, nur sehr wenig bis keine Schulildung haben.  Sie leben meist in einer Slumsiedlung am Rande der Stadt - und freuen sich sehr darüber, dass der Walldorfer Verein ihren Kindern helfen wird.

 

 

Machen Sie sich ein Bild von São Lourenço:

 

 

 

São Lourenço, Region
Rio Grande do Sul
Am Stadtrand -Wohnquartiere der Armen  

 

 

  An der malerischen Lagune  

 

 

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  Patenschaftsprogramm São Lourenço