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Waldpädagogik,
Bau eines Waldklassenzimmers im Atlantischen Urwald
bei São Lourenço do Sul

Projektbetreuung in Walldorf:

 

Claudia Frey

Sabine Glasbrenner

 

Projektbetreuung vor Ort:

 

Günter Timm  

 

 Die Informationen zum Projektverlauf entnehmen Sie bitte unseren aktuellen Jahresberichten

Allgemeine Projektbeschreibung:

 

2017, Ergänzende Unterstützung

Im Jahre 2017 haben wir für Reparaturarbeiten an dem erfolgreichen Projekt nochmals 1.650 Euro zur Verfügung gestellt.

 

Oktober 2015, Abschlussbericht

Im Oktober 2015 hat uns ein Abschluss-Bericht von Günter Timm über sein vielfältiges Engagement zur Umweltpädagogik und Aufforstung in Brasilien erreicht:

 

 

Abschließender Bericht über das Waldklassenzimmer „CEAMA“

(= Zentrum für Umweltpädagogik im atlantischen Urwald)

 

Seit Beginn des Projekts „Waldklassenzimmer“ 2007 hat es sich ständig weiter entwickelt und es wurde einiges auf die Beine gestellt. Allein in den letzten Monaten haben wir die verschiedensten Aktionen durchgeführt. Keine dieser Aktionen (oder eine frühere) hätte ohne die Unterstützung des Walldorfer Vereins “Hilfe zur Selbsthilfe” statt finden können. Der Verein begleitet und motiviert uns, auch in schwierigen Zeiten weiter zu machen.

 

Hier einige Beispiele für unsere Projekte

 

“Hüter des Waldes”:

Unser Ziel bei diesem Projekt ist es, die Vielfalt der Natur (Tiere und Pflanzen) zu dokumentieren. Denn wenn die Menschen ihre Umwelt in all ihrer Vielfalt kennen, werden sie eher bereit sein, sich für ihre Erhaltung einzusetzen.

Es ist in den letzten Jahren immer schwerer geworden, Tiere zu beobachten, weil durch die massive Abrodung die Populationen der Tiere sehr geschrumpft sind. Der Verein hat uns ermöglicht, “Kamerafallen” zu kaufen. Das sind Kameras, die man in der Natur aufstellen oder aufhängen kann. Damit werden dann Tiere gefilmt, die nie auftauchen würden, wenn Menschen in der Nähe sind. Ich leihe die Kamerafallen auch den Schülern, die sie dann auf den (oft riesigen) Grundstücken ihrer Familie aufstellen können. Darüber erfahren die Schüler, aber auch ihre Familien, eindrücklich, welche Tiere überhaupt auf ihrem Land heimisch sind. Fast immer war ihnen das zuvor überhaupt nicht klar.

Mit der Kamerafalle haben wir auch ein Video über die “Butiá Palme” gemacht. Das ist eine Palmenart, die in Südbrasilien heimisch ist. Früher war sie sehr häufig, inzwischen ist sie fast ausgerottet, aber sie gelten immer noch als zur südbrasilianischen Identität gehörig. Ihre Früchte werden gerne gegessen, es gibt auch Marmeladen, Liköre und Säfte daraus. Und aus den Blättern macht man traditionell Gebrauchsgegenstände wie Körbe oder Stühle. Das Video erklärt die Bedeutung der Palme und es werden dann auch die „Kamerafallen-Bilder“ gezeigt: Tiere, die “mit der Palme leben”, sich darauf aufhalten und sich von ihr ernähren gezeigt. So etwas hat es zuvor nicht gegeben. Das Video heisst “Wir lieben Butiá” und wurde gemeinsam mit der “EMBRAPA e Flora Pelotensis” produziert, das ist eine bedeutende brasilianische Forschungsabteilung. Dieses Video wurde vor anderthalb Wochen veröffentlicht und hat schon mehr als 130.000 Klicks bekommen!

Die Natur zu filmen ist eine einfache Idee mit großer Wirkung. Diese Erfolgsgeschichte hätte niemals ohne die Unterstützung des Walldorfer Vereins “Hilfe zur Selbsthilfe” stattfinden können.

 
   
 

Faszination Kamerafalle

 
 

 

Exkursionen zum Waldklassenzimmer:

In den letzten Monaten bekam das Waldklassenzimmer wieder einigen Besuch. Sowohl Schulklassen wie Universitätskurse kommen inzwischen häufig, um sich die verschiedenen Aktionen und Aktivitäten anzuschauen und um sich über den ökologischen Obstanbau zu informieren, den wir hier betreiben.

Wir konnten auch einen Kurs zum Rebschnitt von Weintrauben im ökologischen Anbau durchführen, und zwar sowohl mit Schülern der Schule Francisco Frömming, als auch mit Studenten der Universität von Pelotas.

Was mich besonders freut: Einige der Schüler, die ganz zu Beginn (vor 9 Jahren!) an den ersten ökologischen Aktivitäten hier teilgenommen haben, studieren inzwischen an der Universität. Einer von Ihnen hat mich kürzlich kontaktiert, um mir zu berichten, dass er nun ein ähnliches Projekt auf dem Grundstück seiner Familie durchführen wird. Er will sowohl aufforsten, wie ökologischen Obstanbau betreiben. Das nenne ich gelungene Hilfe zur Selbsthilfe!.

 

Vorträge

Ich habe einige Vorträge gehalten, um das Waldklassenzimmer, seine Bedeutung und seine Aktionen bekannter zu machen: In der Gemeinde von São Lourenço, vor der Kammer der örtlichen Kaufleute, an verschiedenen Schulen, an zwei Universitäten (UFPel und FURG) und bei der evangelischen Kirche.

Setzlingsproduktion von Urwaldbäumen:

Mit dem Gewächshaus konnte ich ein mir sehr wichtiges Projekt umsetzen. Seit das Gewächshaus steht, haben wir schon mehr als 2000 Urwaldsetzlinge gezogen (solche Setzlinge kann man nirgends kaufen). Im Moment spenden wir sie an alle, die aufforsten möchten. Unser Traum ist es, mit der Zeit über Setzlingsspenden in ganz Südbrasilien den Urwald wieder aufzuforsten.

 
 

 
 

 

Produktion von einheimischen Früchten:

Ich bin dabei, um das Waldklassenzimmer herum eine ökologische Landwirtschaft aufzubauen. Die hier geernteten Früchte, die daraus hergestellten Säfte und Marmeladen können ein Beispiel für unsere Besucher sein, wie ökologische Landwirtschaft funktionieren kann. Das ist sehr wichtig, weil fast alle hier in der Gegend ausschließlich Kaffee oder Soja anbauen, was mit für die massive Abholzung verantwortlich ist. Zudem werden für diese Art der Landwirtschaft große Mengen an chemischen Düngern, Pflanzenschutzmittel etc benutzt, die sehr schlecht für Mensch und Umwelt sind.

Ein trauriger Beweis dafür ist, dass São Lourenço einer der größten Tabakproduzenten Brasiliens ist – und gleichzeitig gibt es hier die höchsten Vorkommen von Krebs und Selbstmord. Beides wird mit einem der in der Produktion eingesetzten Giftstoffe in Verbindung gebracht.

Es ist absolut notwendig, eine menschen- und naturfreundliche Alternative zu entwickeln, die auch wirtschaftlich Sinn macht. Der ökologische Anbau von Früchten ist eine davon. Deshalb wird ein wichtiger künftiger Schritt für uns sein, Kurse zu entwickeln, in denen unser alternativer landwirtschaftlicher Ansatz vorgestellt und gelehrt wird.

Wir haben in der gesamten Zeit unseres Waldklassenzimmer-Projekts noch viel mehr Aktivitäten durchgeführt, hier habe ich nur die wichtigsten Beispiele genannt. Ein anderes wäre vielleicht noch ein Buch, das die Schüler des Waldklassenzimmers über das Kamera-Fallen-Projekt gemacht haben.

Einer der wichtigsten Hindernisse für mich ist Zeitmangel, ein anderer ist der Widerstand einiger ortsansässiger Bauern, die nicht einsehen wollen, dass es auch ihnen und ihren Kindern schadet, wenn sie die Natur ausbeuten. Doch inzwischen gibt es gar nicht wenige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die hinter unseren Ideen stehen und deshalb bin ich optimistisch und glaube, dass wir auch in den nächsten Jahren einiges erreichen werden.

 

Ich bedanke mich aus tiefstem Herzen für die jahrelange wunderbare Unterstützung durch den Walldorfer Verein “Hilfe zur Selbsthilfe”. Ohne Euch wäre nichts von all dem passiert. Vielen, vielen Dank!!!

 

Günter Timm Beskow

 
     

 

Sept. 2013, Ein Bericht zum Waldklassenzimmer auf    http://www.youtube.com/watch?v=3V6BxQmiAfU

 

Mai 2012, Eröffnung des Waldklassenzimmers

Eröffnung am 18. Mai 2012

Bericht von Günter Timm über die Eröffnung des Waldklassenzimmers:

"Am Freitag, den 18. Mai haben wir unsere erste Unterrichtsstunde im Waldklassenzimmer durchgeführt, obwohl noch nicht alles perfekt und fertig war. Die Wasserleitungen sind noch nicht gelegt und die Fenster fehlen und auch sonst noch ein paar Kleinigkeiten. Aber unsere Drittklässler waren begeistert. Ich habe meinen neuen Beamer genutzt, um eine Präsentation zu zeigen und hatte auch einige Urwald-Samen und was ich sonst so im Wald gefunden hatte, zur Anschauung zusammen gestellt. Darunter Gebrauchsgegenstände, die von Indios angefertigt worden und liegen gelassen worden waren. Bald wird alles fertig sein, es wird toll werden. Es gibt jetzt schon viele Nachfragen von mehreren Schulen, die sich für meine Arbeit hier und mögliche Aktivitäten für ihre Schüler im Waldklassenzimmer interessieren"

Die erste Schulstunde im Waldklassenzimmer

Im Wald Gesammeltes zur Anschauung

Der erste Wald-Schultag

 

2. Jahreshälfte 2011, Das Waldklassenzimmer nimmt Gestalt an:

       

Hier ist alles bestens, nur dass mir die Zeit fehlt, um all die vielen Dinge zu tun, die mir wichtig sind und die alle gleichzeitig getan werden müssten. Das Waldklassenzimmer immerhin ist praktisch fertig. Was noch fehlt, ist das Fensterglas. Heute habe ich die Fensterscheiben dafür vom Glaser abgeholt. Was auch noch fehlt, sind die Rohre zur Wasserversorgung. Die Arbeiten wurden wieder einmal verzögert, weil derzeit keine Arbeiter gefunden werden können. Nichts desto trotz sind wir aber dabei, das Waldklassenzimmer in Betrieb zu nehmen. Demnächst werden wir sogar Bestandteil eines größeren Seminars sein, das hier in der Region statt findet. Unsere Schüler werden dann “ihr” Waldklassenzimmer vorstellen und einweihen”

 

August 2011, Baubeginn:


An diesen Ort wird das Waldklassenzimmer gebaut


Sand für die Grundmauern des Waldklassenzimmers


Hinter diesen Steinen
wird das Waldklassenzimmer gebaut

Nachdem sich der Baubeginn des Waldklassenzimmers aus verschiedenen Gründen stark verzögert hatte, war zuletzt der starke und andauernde Regen eine Schwierigkeit – zumal noch viele Brücken wegen der Überschwemmung vor einigen Monaten noch nicht benutzbar sind. Nun ist es aber soweit, die erste Ladung Sand ist angeliefert und es geht los. Bis Ende September, so ist derzeit die Schätzung, soll das Waldklassenzimmer in seinen Grundzügen stehen.
In einer e-Mail vom 26. Juli 2011 bedankt sich Günter Timm bei unserem Vereinsvorstand für die bisherige Unterstützung email von Günter Timm

 

Frühjahr 2011, ein neues Projekt in Brasilien:

Günter Timm ist der Sohn von Elsa Timm und hat schon die Baumschule in Turuçu mit aufgebaut. Er ist diplomierter  Agrarökonom und engagierter Umweltschützer und hat ein Projekt zur Aufforstung des lokalen Urwaldes und zur Verbreitung heimischer Nutzpflanzen aufgebaut.  Als Ökologie-Lehrer an mehreren Schulen bringt er Schulklassen und inzwischen auch Studenten in den Urwald.  Der Urwald ist vielen Einheimischen fremd; zu sehr war der  Wald Jahrhunderte der Feind der Menschen in dieser Region. Abholzung und Brandrodung der Bauern zum Anbau von Monokulturen haben die Landschaft in den letzten hundert Jahren massiv verändert. Dies hat zur Folge, dass Überflutungen und Sturmkatastrophen sich häufen und gerade bei den armen Bauern enorme Schäden anrichten.

Günter Timm bringt gerade jungen  Menschen  die heimische Natur nahe und bindet sie in sein Aufforstungsprojekt mit ein. Er sammelt z.B. mit Schulklassen Samen einheimischer Bäume und Nutzpflanzen und zieht Setzlinge, von denen er bereits mehrere 10.000  angepflanzt hat. Oft nehmen die Kinder auch Setzlinge mit nach Hause und bitten ihre Eltern, sie auf ihrem Land einpflanzen zu dürfen.

Mit unserer Hilfe baut Günter Timm derzeit ein "Waldklassenzimmer“ auf, das dazu beitragen soll, den Umweltschutz und die Aufforstung in und um São Lourenço weiter zu fördern. Wir sehen dies als wichtigen Beitrag zur Katastrophenprävention aber auch zur Erziehung der jungen Generation zu einem vernünftigen Umgang mit der Natur.

Lernen Sie hier unseren Projektort São Lourenço kennen


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