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Unser Engagement in Costa Rica

 

 

Andere Projektländer 

 

Kinderheim (Hogar Infantil)
de Pavas in San José, Costa Rica

Projektbeginn:

Projektende:

2014

 

Projektbetreuung in Walldorf:

Sigrid Tuengerthal

 

Partner in Costa Rica

Tatjana Gräfin Westerholt
(Ehefrau des dtsch. Pfarrers von San José)

 

Dezember 2014

In Costa Rica gibt es insgesamt 8 „hogarcitos“, was wörtlich übersetzt „kleines Heim“ bedeutet.  Tatsächlich sind es ganz kleine Kinderheime, und zwar „klein“ nicht nur bezüglich der Anzahl der Kinder (bei Vollbelegung 10), sondern auch was das Alter der Kinder betrifft (bis 9 Jahre). Angelehnt an das Modell der SOS-Kinderdörfer oder der Kinderhäuser in den Kibbuzim in Israel versucht man eine Familie zu simulieren, d.h. 2 Erwachsene (meistens Frauen) leben mit den Kindern, als seien sie ihre Eltern. Diese Kinderheime werden auch als „pre-adoptive“ Heime bezeichnet: Sinn und Zweck ist die Begleitung der Kinder vom Zeitpunkt der Trennung von der leiblichen Mutter bzw. Familie bis zur Adoption oder der Rückführung zur leiblichen Mutter. Manchmal kommen die Kinder auch aus staatlichen Heimen, wenn sie aus bestimmten Gründen diesen kleinen Rahmen nötiger haben als andere Kinder (besonders traumatisierte Kinder, Behinderte, chronisch Kranke). Die Kinder haben einen relativ normalen Alltag. Die schulpflichtigen Kinder gehen zur Schule. Die Art der Betreuung der jüngeren Kinder hängt davon ab, ob viele der Kinder zwischen 2 und 6 Jahre alt sind, weil es sich dann lohnt, eine Kindergärtnerin anzustellen; ansonsten werden diese Kinder in einen Kindergarten geschickt. Die Nachmittage verbringen sie meistens „zu Hause“; häufig kommen ehrenamtliche Mitarbeiter, um mit ihnen zu spielen, oder um das eine oder andere Kind zu ärztlichen oder therapeutischen Terminen (Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie) zu begleiten.

     

Das Kinderheim selbst ist ein ganz normales Wohnhaus, von außen nicht erkennbar als Kinderheim. Die Kinder sollen die Zeit, die sie hier verbringen, möglichst nicht stigmatisiert werden. Außerdem ist es manchmal auch sinnvoll, wenn die leiblichen Eltern den Verweilort ihrer Kinder nicht so leicht finden können. I.d.R. wissen die unmittelbaren Nachbarn Bescheid, aber gehen ungezwungen und nett mit den Kindern um, wenn sie sie im angrenzenden kleinen Park treffen. Das "hogarcito" ist ein eingetragener, unabhängiger Verein, der aber finanzielle Unterstützung vom staatlichen Jugendamt erhält und demnach auch strengen Kontrollen unterliegt. Der Vorstand bemüht sich ansonsten – im Rahmen seiner Möglichkeiten - auch sehr um das Wohlergehen des Personals, damit wenig Personalwechsel stattfindet, und die Kinder in einem emotional stabilen Umfeld leben - ein nicht unwesentlicher Faktor für die Bewältigung ihrer Vergangenheit. Die Psychologin hat eine Halbtagsstelle. Sie hilft den Kindern vor allem bei der Aufarbeitung ihrer Traumata. ALLE Kinder mit Ausnahme der Babys sind traumatisiert, nicht nur durch Misshandlung und Verwahrlosung vor dem Eingriff des Jugendamtes, sondern auch durch die Trennung von ihrem ursprünglichen Zuhause. Diese Kinder sind entweder (in den selteneren Fällen) von der Mutter bzw. den Familien verlassen worden, oder das Jugendamt hat sie von der Mutter bzw. der Familie getrennt, weil diese entweder nicht in der Lage sind, die Kinder zu betreuen (häufig wegen Drogenkonsum und evtl. damit einhergehender Prostitution) und/oder weil die Kinder physisch oder psychisch misshandelt wurden. Biologische Väter spielen meistens keine Rolle, weil sie meistens nur "Erzeuger", nicht aber Begleiter oder Erzieher waren.

Das Heim braucht dringend ein neues Dach, denn während der Regenzeit musste man immer wieder Eimer aufstellen, um das Wasser aufzufangen.  Das ist natürlich mit lebhaften kleinen Kindern eine zusätzliche Belastung für das Pflegepersonal.

Unser Verein hat sich daher kurzfristig entschlossen, das Kinderheim bei den dringend notwendigen Reparaturmaßnahmen finanziell zu unterstützen

 

Bitte informieren Sie sich über den Projektverlauf
auch in unseren aktuellen Jahresberichten

 


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