Einweihung "unserer" Bäckerei in Kirtipur am 02. April 2008 -
Ein Foto-Bericht unseres Projektleiters Wilfried Gerfen

 

 

Die Bewohner von Kirtipur haben es sich nicht nehmen lassen, meinen Besuch im April 2008 zum Anlass zu nehmen, die neue Bäckerei mit einem festlichen Ritual zu formell eröffnen, obwohl der Backbetrieb schon unmittelbar nach Fertigstellung der Räume im Dezember 2007 provisorisch aufgenommen worden war. Es schien so, als sei die gesamte Einwohnerschaft des Toles unterwegs, als ich mit einer traditionellen Newar-Prozession zur Bäckerei geleitet wurde, um dort eine Gedenktafel zu Ehren der Spender an der Hauswand zu enthüllen. Bei einer anschließenden Runde mit den Frauen der Bäckerei-Initiative wurden die Produkte zusammen mit nepalesischem Reiswein, genannt Raxi, verkostet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Eingang des Toles erwarten die Frauen ihren Gast in ihren handgewebten, schwarzen Newari-Saris mit dem typischen roten Rand. Die ebenfalls handgewebte Oberbekleidung hat ein Muster, das nur im Tole "Thambahal" verwendet wird. Die Männer und Jungen aus den benachbarten Gassen schauen der Zeremonie interessiert zu, als der Gast feierlich seine Puja und einen Blumenkranz erhält.

 

 

 

 

 

 

 

 

Begleitet mit traditioneller Musik von Trommeln, Zimbeln und Blasinstrumenten geht es durch die engen Gassen. Einige Männer sorgen für den geordneten Ablauf, nicht ohne dabei gleichzeitig wichtige Angelegenheiten mit dem Handy zu erledigen, das natürlich auch in Nepal, einem der ärmsten Entwicklungsländer der Welt, unentbehrlich geworden ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

"Unsere" Bäckerei befindet sich im neu errichteten ersten Stockwerk des alten Gemeinde-'Hauses' am Rande des kleinen Dorfplatzes. Hoch oben an der hauswand wurde eine Messingtafel zu Ehren der Spender angebracht, die jetzt mit einem kunstvollen Mechanismus durch den Gast enthüllt wird

 

 

 

 

 

 

             
       

 

 

Es folgt eine ausgedehnte Besichtigung der Backstube und des 'Warenlagers'. Einige der Frauen lassen sich dadurch nicht stören und setzen ihre Arbeit unbeirrt fort, denn schon bald wird im Ort der Strom wieder turnusmäßig für die nächsten 4 Stunden abgestellt - üblich in Nepal, um der Energieknappheit zu begegnen.

Nach der Besichtigung müssen die Backwaren natürlich verkostet werden: In Fett ausgebackene Doughnuts, weiche Brötchen mit Sesam und das neueste Produkt, trockene, haltbare Kekse. Dazu gibt es scharfen Reis-Wein (Raxi) und 'Nepali-Tee', Tee mit Milch aufgekocht, delikat verfeinert mit einer Masala-Gewürzmischung. Die hierzu für die 3 anwesenden Europäischen Gäste eigens angeschleppten, landes-untypischen Stühle bleiben zur Freude der Frauen natürlich unbenutzt.

 

 


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