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Elterninitiative "Los Pipitos" für behinderte Kinder
in Somoto, Nicaragua

Projektbetreuung in Walldorf:

Ulrike Steiger

 

Partner in Heidelberg:

Heinz Reinke,
Nicaragua-Forum Heidelberg

Partner in Nicaragua:

 

Elterninitiative Los Pipitos
Cisely Estrada, Präsidentin
Matilde Garcia, Leiterin

 

 

 Die Informationen zum Projektverlauf entnehmen Sie bitte unseren aktuellen Jahresberichten

Allgemeine Projektbeschreibung:

 

Sommer 2015:

Weitere Betten für behinderte Kinder.

Auch im Jahr 2015 finanzierte der Verein ‚Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf’ den Bau von 20 Betten für behinderte Kinder in Nicaragua. Als Kind ein eigenes Bett zu haben, ist in den Familien der Landarbeiter und Kleinbauern immer noch eine Seltenheit.

Hier einige Beispiele zu deren sozioökonomischen Situation:

 

Auf dem Lande leben die meisten Menschen unter widrigen Bedingungen. Planung und Perspektiven sind schwierig, oft lebt man von der Hand in den Mund. In den meisten Familien arbeiten Familienmitglieder in der Hauptstadt Managua, in Costa Rica oder als Saisonarbeiter in wechselnden Orten im Land. Die wenigsten schaffen es als illegale Einwanderer in die USA, zunehmend war auch der Pflegebereich in Spanien eine Alternative, wenn schon eine Basis durch Verwandte und Bekannte geschaffen war. Sobald die Erschwernisse der Versorgung eines Kindes mit stärkeren Beeinträchtigungen konkret werden, verlassen die Väter oft die Familie. Die Frau muss dann die Verantwortung für die Familie nicht nur als Mutter, sondern auch auf ökonomischer Ebene tragen.
Ist die Mutter nun gezwungen, weit weg von den Kindern den Unterhalt zu verdienen, müssen Großeltern, Onkel und Tanten einspringen. Kinder mit Behinderung treffen diese einschneidenden Trennungserfahrungen natürlich ganz besonders, brauchen sie doch konstante und aufmerksame, liebevolle Bezugspersonen. Viele Mütter leiden extrem unter der Doppelbelastung, dem Kind gerecht zu werden und das Überleben der Familie zu sichern. Alleine in Somoto, in der unser Verein durch die Finanzierung von Betten tätig ist, fehlt in 20 Familien, das heißt in 15 Prozent der Familien, einer der beiden Elternteile durch Auswanderung ins Ausland.

Besonders problematisch ist die Situation für Emanuel, einen Jungen mit Down Syndrom und psychomotorischen Beeinträchtigungen. Die Mutter arbeitet in Managua. Die Tante übernahm die Betreuung, ging inzwischen jedoch nach Spanien, um als Pflegekraft zu arbeiten, um die Kosten für Medikamente und Unterhalt zu finanzieren. Emmanuel bekommt jetzt zwar seine notwendigen Medikamente, zeigt aber zunehmende Verhaltensauffälligkeiten und Krankheiten, ohne entsprechenden medizinischen Befund. Die Mutter kommt nun zurück, weil die Großeltern nicht mehr mit der Situation fertig werden, verliert aber auch ihre Arbeit.

Die Vertreter der Elterninitiative, welche die Familien in ihren Hütten und Häusern in den Gemeinden besuchen, haben hier die Aufgabe, individuelle Probleme möglichst früh zu erfassen und Bausteine zur Unterstützung der Familie anzubieten. Aus ihren Beobachtungen und Gesprächen entspringt das Betreuungs- und Beratungsangebot.

Jeweils sechs Fortbildungen pro Kalenderjahr zu Themen wie "Behinderungen erkennen und verantwortlich damit umgehen", „Meine Rolle als Vater oder Mutter", "Gesunde Ernährung", „Hygiene im Haushalt", „Rechte von Menschen mit Behinderung" werden in Somoto angeboten und durch das Nicaragua-Forum Heidelberg finanziert.

Diese psychosoziale Betreuung der Familien ist enorm wichtig, um die familiären Strukturen zu stabilisieren und die Betreuung der Kinder qualitativ zu verbessern.

 

Sommer 2012:

Wir unterstützen die Beschaffung von Betten für behinderte Kinder

Jaison ist fünf Jahre alt und durch eine infantile Cerebralparese auf der rechten Körperseite stark eingeschränkt. Daher kann er noch nicht selbständig gehen und auch seine rechte Hand kaum einsetzen.

Er wohnt mit seiner Mutter und vier Geschwistern zwei Fußstunden von der Stadt Somoto in Nicaragua entfernt. Zweimal in der Woche besucht er mit ihr Los Pipitos, eine Elterninitiative, die sich das Ziel gesetzt hat, ihre behinderten Kinder motorisch und kognitiv zu fördern.

Jaison erhielt als Belohnung für seine Bemühungen nun auch ein eigenes Bett. Lange musste er mit der Mutter zusammen in einem schlafen. Durch die finanzielle Unterstützung des Vereines „Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf“ konnten nun 35 Betten hergestellt werden. Diese wurden unter der Anleitung eines Schreiners von den Eltern weitestgehend selbst gebaut.

Damit sollten sie für die  intensive Arbeit mit ihren behinderten Kindern belohnt werden. Viele Familien  warten noch auf ein neues Bett für ihre Kinder.

Das „Nicaragua Forum Heidelberg“ unterstützt die Elterninitiative Los Pipitos,  und finanziert die Kosten für die Therapeuten und den Unterhalt des Hauses jährlich mit 14.000 Euro. Mitglieder des Vereines besuchen die Einrichtung einmal im Jahr. Sie gehen auch in die Elternhäuser, um zu sehen, wie die Kinder leben und wie die Eltern mit ihnen die physiotherapeutischen Übungen fortsetzen. Daneben bietet die Elterninitiative Fortbildungen für die Eltern der behinderten Kinder an.

Hierbei geht es vor allem um die häusliche Hygiene. Da in den meisten Hütten Küche und Bad nicht getrennt sind, die Waschgelegenheiten also fehlen, entstehen im Zusammenhang mit der Behinderung Infektionskrankheiten, die alle Familienmitglieder belasten können.

Lesen Sie bitte den Dankesbrief einer Mutter aus Somoto, der uns im Dezember 2012 erreichte:



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