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Unser Engagement in Peru

 

 

Andere Projektländer 

 

Vergrößerung einer Ludoteca
in Piura, Nord-Peru

Projektbeginn:

Projektende:

2016

 

 

Projektbetreuung in Walldorf:

Frau Rita Stern

Herr Matthias Gramlich

   

Partner in Peru

Frau Gabriela Entaria
NGO "CANAT"

 Die Informationen zum Projektverlauf entnehmen Sie bitte unseren aktuellen Jahresberichten

Allgemeine Projektbeschreibung:

 

September 2016

 

 

Im September 2016 erreichte uns der nachfolgende Bericht
unseres Projektbetreuers Matthias Gramlich aus Peru,
in dem er eindrucksvoll die erfolgreiche Entwicklung
unseres dortigen Projektes beschr
eibt

 
 

Liebe Sigrid, liebe Barbara, liebe Rita,

wie ihr wahrscheinlich wisst, bin ich gerade in Piura, besuche altbekannte Projekte und Freunde und freue mich, an dem Leben von Menschen teilhaben zu können, welche ein Jahr lang meine Familie waren. Besonders interessant war natürlich die neue Ludoteca, welche dank unserer gemeinsamen Bemühungen gebaut werden konnte. Mehrmals war ich jetzt schon dort und konnte erleben, welche guten Dienste das neue Gebäude erweist. Das Haus selbst ist solide gebaut worden und ähnelt der anderen Ludoteca, welche direkt daneben steht. Ich denke wir werden nach viele Jahre lang Nutzen davon haben. Es ist angenehm zu sehen, dass nun auch die Kinder von 4-6 Jahren ins schattige Innere eines Hauses kommen können, um dort an ihrem Programm teilzunehmen. Auch für die ganz Kleinen ist die Situation jetzt wesentlich entspannter, da sie mehr Platz zum Spielen haben. Die Ludoteca selbst ist schön eingerichtet - auf dem Boden liegen bunte Weichbodenmatten, die man nur Barfuss betreten darf, wodurch eine sehr gemütliche Atmosphäre entsteht. Ich finde, dass das Projekt alles in allem ein echter Erfolg geworden ist und die Kinder stimmen mir da sicher zu. An euch alle noch mal - im Namen aller Kinder aus Monica Zapata - ein großes Dankeschön! In den kommenden Tagen werde ich ein paar Fotos davon machen und sie euch zuschicken. Ich bin mir sicher, sie werden euch gefallen.

In den letzten Tagen habe ich aber nicht nur die neue Ludoteca bewundert, sondern auch mit CANATs Direktorin und deren Stellvertreterin über mögliche neue Projekte gesprochen, die wir fördern könnten. Bis jetzt haben wir zwei zur Auswahl, wobei man die auch kombinieren kann. Ich schreibe sie einfach mal auf und dann können wir uns darüber unterhalten, was möglich ist und was nicht.

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Mit vielen lieben und sehr sonnigen Grüssen,
Matthias

 

Im zweiten Teil seines  Berichtes erläutert Matthias Vorschläge für mögliche weitere Hilfen, mit denen die Situation bedürftiger Kinder in Peru durch uns verbessert werden könnte.

Der Vorstand von Hilfe zur Selbsthilfe Waldorf wird über diese Vorschläge beraten.

 

 

 

Februar 2016

Im Norden Perus findet man nahe der Küste, mitten in der Wüste die Stadt Piura. Dort leben 362.000 Menschen, etwa die Hälfte von ihnen wohnt in Hüttenvierteln oder in nur sehr notdürftig gebauten Häusern. Diese Menschen leben oftmals in Armut, doch genau in dieser Bevölkerungsschicht ist die Geburtenrate sehr hoch. Kinder, die hier aufwachsen erfahren in den wenigsten Fällen ein gesundes Maß an elterlicher Liebe und Zuwendung und viele von ihnen müssen bereits in jungen Jahren arbeiten, um die Familie finanziell zu unterstützen.

Die Institution CANAT (Centro de apoyo a ninos/as adolecentes trabajadores, deutsch: Zentrum zur Unterstützung von arbeitenden Kindern und Jugendlichen) versucht, diese Kinder aufzufangen und sie auf einen Weg hinaus aus der Armut und Gewalt zu begleiten. CANAT ist eine komplett private Institution und bekommt vom Staat keine Hilfe. Finanzielle Unterstützung erhält CANAT hauptsächlich von der Jesuitenmission, sowie von Privatpersonen oder kleineren Organisationen. Eines der Projekte CANATs sind die Ludotecas (deutsch: Spielräume):

Eine Ludoteca ist ein Ort in einem Hüttenviertel Piuras, zu dem die Kinder im Alter von null bis zwölf Jahren aus den umliegenden Gebieten zu bestimmten Zeiten kommen und an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen können. Die Idee ist es dabei, den Kindern spielerisch Werte zu vermitteln und sie an einen sozialen Umgang miteinander heranzuführen. Auch Mottotage zum Naturschutz oder zur Zahnhygiene, Recyclingprojekte, Ausflüge, und vieles Mehr stehen auf dem Programm. Ein mindestens ebenso wichtiger Aspekt der Ludoteca ist die Zuwendung, die die Kinder dort erfahren und teilweise regelrecht aufsaugen. Sie erfahren, dass es Menschen gibt, denen sie am Herzen liegen, die sie respektvoll behandeln und denen sie sich anvertrauen können. Meine persönliche Meinung ist, dass dies Erfahrungen sind, die das Weltbild, des heranwachsenden Kindes nachhaltig prägen.

CANAT unterhält derzeit zwei Ludotecas. Zur kleineren davon kommen ca. 20-30 Kinder an den Tagen Dienstag und Donnerstag von 16.00-18.00 Uhr. Die Größere wird mittwochs und freitags zu den selben Zeiten von bis zu 100 Kindern besucht. Das Team der Betreuer setzt sich aus drei bis vier peruanischen Angestellten, sowie Freiwilligen aus verschiedenen Ländern Europas zusammen. Mit zum Programm gehört eine fest angestellte Psychologin, welche Hausbesuche bei den Müttern der eingeschriebenen Kinder macht und sie bei familiären Problemen betreut. Das Team trifft sich jeden Montag, um das Programm für die kommende Woche auszuarbeiten. Eine Einheit sieht wie folgt aus: Zunächst stellen sich alle Kinder und Betreuer in einem Kreis auf. Nach einer kurzen Begrüßung werden zwei kurze dynamische Lieder zum mitmachen gesungen, auf welche zwei Kurze Spiele folgen. Danach gehen die Kinder in die ihrem Alter entsprechende Gruppe. Dort finden Aktivitäten von sportlichen Kurzspielen bis hin zur Selbsteinschätzung statt. Beendet wird der Tag mit einem von den Kindern gewählten Lied. In der ganzen Einheit wird immer der Wert des Monats einbezogen, welcher z.B. Selbstvertrauen, Respekt oder Pünktlichkeit sein kann.

Unser Mitglied Matthias Gramlich engagiert sich - auch vor Ort - für den weiteren Ausbau der Ludotecas. Der Verein Hilfe zur Selbsthilfe Walldorf sieht in diesem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Hilfe für Not leidende Kinder und hat daher beschlossen das Projekt zu im Jahre 2016 mit 3.500 Euro aus Vereinsmitteln zu unterstützen.

 

 


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