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Vergrößerung einer Ludoteca in Piura, Nord-Peru

Aus unserem Jahresheft 2018:

In Piura einer Stadt im Norden Perus unterstützt unser Verein seit 2 Jahren die Organisation CANAT, die sich besonders um Kinder kümmert, die schon in jungen Jahren arbeiten müssen, um zum Familieneinkommen beizutragen. CANAT fängt die Kinder und Jugendlichen aus armen und sozial schwierigen Familien auf und führt sie durch Schulbildung an ein legales Arbeitsleben. Die Betreuung der Kinder findet unter anderem in sogenannten Ludotecas statt. Mit unserer finanziellen Unterstützung wurde eine der Ludotecas renoviert und ausgebaut. Jetzt können die Kinder dort auch im Haus spielen oder Hausaufgaben machen, geschützt vor der glühenden Sonne.

Renovierung nach Überschwemmung

Im Frühjahr 2017 trat der Rio Piura - in Folge des Phänomens „El Niño“ - über die Ufer und zerstörte große Teile der Stadt. Rund 25.000 Menschen, die in ärmlichsten Verhältnissen leben, standen vor dem Nichts. Wie durch ein Wunder wurde der Anbau der Ludoteca nicht durch das Hochwasser beschädigt, was für eine solide Bauweise spricht. Trotz des starken Regens und der Überschwemmungen in der Region sind die Kinder unter großen Anstrengungen und über Umwege weiterhin in den Unterricht eines anderen Projekts von CANAT namens „Manitos Trabajandos“ gekommen. Allerdings zerstörte der Regen dort ein Klassenzimmer des Gebäudekomplexes. Durch die Übernahme der Kosten konnte das Klassenzimmer wieder hergestellt werden. Die vorhandene Abstellkammer wurde in das Klassenzimmer integriert und eine neue Abstellkammer angebaut. Das Dach und das Fundament mussten ebenfalls erneuert werden. Diese Arbeiten wurden mit unserer finanziellen Unterstützung in Höhe von 3.500 € finanziert.

Neubau von Unterkünften nach Überschwemmung

Betroffen von der schlimmen Überschwemmung waren auch Hütten von 40 Familien, deren Kinder bisher die verschiedenen Projekte von CANAT besuchten. Ihre Hütten

waren von den Fluten weggespült oder total zerstört worden. Sie hatten nichts mehr. Einige Kinder konnten nicht mehr zur Schule gehen, da sie arbeiten und Geld verdienen mussten, das notwendig war, um die Hütten wieder aufzubauen. Eine einfache aber stabile Hütte kostet ca. 600 €. Wir konnten durch Spenden für 4 Familien die Kosten für neue, sicherere Hütten übernehmen. Dafür stellten wir 2.400 € zur Verfügung. Dabei war uns wichtig, dass auch die Familien von 2 Mitarbeiter/Innen CANATs mit diesen Spenden unterstützt wurden.

Gabriela Rentaria, die Leiterin von CANAT, informierte uns regelmäßig über die Baumaßnahmen. Sie berichtete, dass zwischen CANAT und den betroffenen Familien eine gute Beziehung besteht. CANAT stellt die finanziellen Mittel aus unseren Spenden zur Verfügung und die Familien helfen, das Gelände und die Materialen auszusuchen und sind in alle Bauprozesse eingebunden.

Von den Familien haben wir aus Piura bewegende Dankesbriefe erhalten, die uns beweisen, dass unsere Mittel dort angekommen sind, wo sie am dringendsten benötigt wurden

Besuch von Gabriela Rentaria in Walldorf

Im Sommer 2017 kam Gabriela nach Europa, um verschiedenste Privatpersonen und Institutionen zu besuchen, die zu CANATs Spendern zählen. So kam sie auch nach Walldorf.

Bürgermeisterin Christiane Staab hat Gabriela und Vertreter des Vereins zum Besuch ins Rathaus eingeladen. Dort informierte Gabriela über die Situation in Piura, über das Phänomen „El Niño“ und über ihre Arbeit bei CANAT.

Sie berichtete über die neue Ludoteca, die für die Kinder gebaut wurde. Die Kinder können dort kostenfrei an spielerischen und schulischen Programmen teilnehmen. Viele Kinder erleben zum allerersten Mal in ihrem Leben, Zuwendung und Wertschätzung.

Die Ludoteca wird sehr gut angenommen. Die Spiel- und Schulräume liegen in der Nähe der Hüttenviertel, in denen die Kinder leben.

Obwohl in Peru eigentlich Schulpflicht besteht, müssen die Kinder oft arbeiten, um mit für den Familienunterhalt zu sorgen. Sie arbeiten teilweise auf den Märkten oder sammeln Müll. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von CANAT sprechen die Kinder bei der Arbeit an, um Kontakt mit den Eltern herzustellen. Sie gehen auch von Tür zu Tür, um die Eltern davon zu überzeugen, dass ihre Kinder dank einer Schulbildung bessere Zukunftschancen haben.

Nach Beendigung der Schule haben viele Jugendliche auch die Möglichkeit, im dritten Projekt CANATs, Manitos Trabajando, eine kostenlose Ausbildung zum Friseur, Koch oder Schneider zu machen.

Von ihrem Bericht waren wir alle beeindruckt und gerührt.

Finanzübersicht 2017:


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 Projektübersicht Peru  

 

Aus unserem Jahresheft 2017:

Piura ist eine Stadt im Norden Perus, welche sich sowohl durch ihr heißes Wüstenklima, als auch durch die hohe Kinderarbeitsquote auszeichnet. Die Institution CANAT (Einrichtung zur Unterstützung von arbeitenden Kindern und Jugendlichen) betreibt dort mehrere Programme, um Kinder und Jugendlichen aus armen und sozial schwierigen Familien aufzufangen und sie mit Bildung und Unterstützung jedweder Art an ein legales Arbeitsleben und einen friedfertigen Umgang mit ihren Mitmenschen heranzuführen.

Das Programm für die jüngsten Kinder im Alter von null bis zehn Jahren sind die Ludotecas, die Spielräume, in denen die Kinder kostenfrei am vorbereiteten Programm teilnehmen können, wobei ihnen spielerisch Werte vermittelt werden, und sie Wertschätzung, Zuwendung und Vertrauen erfahren. Bisher gab es in Piura in zwei verschiedenen Hüttenvierteln Ludotecas. Eine davon wird so gut besucht, dass das Gebäude der Ludoteca selbst den bis zu 80 Kindern nicht annähernd Platz bietet und die Älteren ihre Aktivitäten im Freien, also in Wüstenhitze und -sand machen müssen. Dank der finanziellen Unterstützung des Vereins Hilfe zur Selbsthilfe konnte hier an ein zweites Gebäude gebaut werden, in dem nun auch die älteren Kinder Platz finden.

Als ehemaliger Freiwilliger CANATs hat Matthias Gramlich die Projekte im Sommer 2016 ein weiteres Mal besucht und konnte sich ein Bild von der fertigen Ludoteca machen und beobachten, wie die neue Räumlichkeit bei den Kindern ankommt. Sein Eindruck war durchweg positiv. Das Gebäude ist von außen, wie von innen schön und bunt gestaltet. Von den Kindern gemalte Bilder und Plakate zieren die Wände und geben dem Gebäude eine friedliche und lebensfrohe Atmosphäre – von den umliegenden Hüttenvierteln kann man das nicht sagen. Er hat es sehr genossen kreative und künstlerische Einheiten mit den Kindern in einem geschlossenen und windgeschützten Raum an richtigen Tischen angehen zu können. Die Atmosphäre ist dabei

wesentlich ruhiger und entspannter, als noch vor einem Jahr, als all diese Dinge auf dem sandigen Wüstenboden irgendwie geregelt werden mussten. Matthias ist überzeugt, dass die Kinder wirklich von diesem Neubau profitieren.

Da CANAT mit den Spenden sehr gut gewirtschaftet hat, konnte mit einfachen Mitteln noch ein weiteres Projekt umgesetzt werden. Vor der Ludoteca wurde ein Spielplatz aus Reifen gebaut. Dabei haben CANATs Mitarbeiter auf Schrottplätzen alte Autoreifen eingesammelt, sie gewaschen und anschließend mit den Kindern zusammen zu Spielgeräten umfunktioniert. Das I-Tüpfelchen gab dann die bunte Bemalung. Gebaut wurden z.B. große Schlangen aus halb im Boden versenkten Reifen, durch die man wunderbar hindurch krabbeln kann, Schaukeln mit Reifen als Sitzfläche, große Reifentürme, die zum Klettern einladen und einiges mehr. Viele Kinder kann man jetzt dort beim ausgelassenen Spielen beobachten.
 

Alles in allem war die Unterstützung von CANAT seitens unseres Vereins im Jahr 2016 ein großer Erfolg, von dem genau die profitieren, die es auch sollen – die Kinder.

Doch noch auf einer anderen Ebene wurde CANAT von unserem Verein im vergangenen Jahr unterstützt. Die anderen Programme CANATs finden in größeren Gebäudekomplexen statt. Da diese Gebäude fortlaufend viel benutzt werden, sind immer wieder Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten notwendig, um eine angenehme Atmosphäre und vor allem Sicherheitsstandards beizubehalten. Dank einer weiteren Spende konnten diese Arbeiten auch im Jahre 2016 wieder erfolgreich durchgeführt werden. Erneuert wurden z.B. die Böden im Projekt „Manitos Trabajando“, welche durch viele Risse und Kanten zur Stolperfalle für Kinder geworden waren. Wasserleitungen, Brandschutzvorrichtungen, Notbeleuchtungen und einiges mehr konnten dadurch ebenfalls überarbeitet werden. Mit insgesamt 8.000 Euro wurden die Projekte von CANAT im vergangenen Jahr unterstützt.

Finanzübersicht 2016:


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 Projektübersicht Peru  

 

Aus unserem Jahresheft 2016:

Treffen vor der Ludoteca

Neues Projekt im Norden Perus
Piura ist ein Ort mit ca. 362.000 Einwohnern im Norden Perus mitten in der Wüste. Etwa die Hälfte der Menschen leben in Hüttenvierteln, in denen Armut herrscht und die Geburtenrate hoch ist. Die meisten Kinder erfahren zu Hause wenig Liebe und Zuwendung, viele müssen schon in jungen Jahren arbeiten und zum Familienunterhalt beitragen.
Die Institution CANAT (deutsch: Zentrum zur Unterstützung von arbeitenden Kindern und Jugendlichen) versucht, diese Kinder aufzufangen und sie auf einem Weg hinaus aus der Armut und Gewalt zu begleiten. CANAT ist eine private Institution, finanzielle Unterstützung erhält sie hauptsächlich von der Jesuitenmission, sowie von Privatpersonen oder kleineren Organisationen. Eines der Projekte CANATs sind die Ludotecas (deutsch: Spielräume).Eine Ludoteca ist ein einfaches Haus in einem Hüttenviertel, zu dem Kinder aus den umliegenden Gebieten im Alter von null bis zwölf Jahren

kommen und an verschiedenen Aktivitäten teilnehmen können. Auf spielerische Weise vermitteln ihnen die Betreuer soziale Werte und führen sie an einen sozialeren Umgang miteinander heran. Die Kinder erfahren dabei Zuneigung, die sie teilweise regelrecht aufsaugen. Sie spüren, dass es Menschen gibt, denen sie am Herzen liegen, die sie respektvoll behandeln und denen sie sich anvertrauen können. Diese Erfahrung prägt das Weltbild des heranwachsenden Kindes nachhaltig.

Matthias Gramlich wird dieses Projekt betreuen. Nach dem Abitur in Walldorf hat er ein Jahr lang in Piura gelebt und in den Ludotecas mitgearbeitet. Er hat deren Leiterin, Frau Gabriela Rentaría als sehr verantwortungsvoll und kompetent erlebt und steht im Kontakt mit ihr.

 

Finanzübersicht 2016:

3.500 Euro aus Vereinsmitteln

2.500 Euro Eigenanteil (davon 1.500 Euro von der EGJ Walldorf)

6.000 Euro wurden im März 2016 überwiesen

 

 


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